siem reap – das tor zu den tempeln von angkor

Tag 113: Was macht man in Kambodscha eigentlich als erstes?

Der Wecker klingelte für Don Det Verhältnisse und unsere Gewohnheit aus den letzten Tagen wirklich früh. Aber so konnten wir sicherstellen, dass wir wenigstens noch Frühstück bekamen, bevor unser Transfertag nach Kambodscha startete. Nach dem Frühstück waren wir schnell am Bootsanleger und setzten zum Festland über.

Hier mussten wir leider noch eine Weile warten, bevor die Minivans zur Grenze vorfuhren und beladen wurden. Beladen ist hierbei wirklich das richtige Wort, denn nicht nur der Kofferraum wurde äußerst voll geladen, sondern auch die beiden Minivans an sich. Jeder Zwischenraum wurde ausgenutzt. Wir hatten einen Platz ergattert, was man aber nicht von jedem sagen konnte. Als die beiden Vans losfuhren, standen noch immer 3 oder 4 Leute am Busterminal, die eigentlich mitfahren wollten und nun warten mussten. Leider wissen wir nicht, wie es für sie ab hier weiterging, was uns dennoch sehr interessiert hätte.
Wir fuhren also eine knappe halbe Stunde im platzenden Minivan zur Grenze.

Dort wurde unser Busticket einkassiert, die Tickets der anderen Mitfahrer jedoch nicht, was uns sehr verwirrte. Nach kurzer Rücksprache schien das aber normal zu sein, da wir ja nur den Bus zur Grenze gebucht hatten und nicht darüber hinaus, wie die anderen Mitfahrer. Bei der Ausreise wurde eine Gebühr von 2 US $ [1,76 €] pro Person für den Ausreisestempel fällig. Komische Sitte, hier noch einmal zu kassieren. Schließlich gibt das Land einem nur ein Visa von 30 Tagen und will demnach doch, dass man wieder ausreist. Dass man dafür dann noch bezahlen muss, ist wohl einzigartig hier. Aber da nützt es auch nichts, zu diskutieren, auch wenn man sich denken kann, wo das Geld hinwandern wird. Eine weitere Masche ist es hier, dass 2-3 Männer an einem Tisch sitzen, die einen nach dem Ausreisestempel zu sich rufen, um den Einreiseantrag für Kambodscha auszufüllen. Zusammen mit dem Antrag soll man dann seinen Reisepass und US-Dollar überreichen, wofür die Männer einen dann über die Grenze in Kambodscha begleiten. Nein danke. Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht und wussten daher, dass es wie an jeder Grenze dieser Welt auch hier möglich war, das Einreiseprozedere allein und selbständig durchzuführen. Man hatte keinen wirklichen Vorteil durch diesen „Service“ der Männer und sollte trotzdem 5 US $ [4,39 €] bezahlen. Brauchten wir nicht und nach einem kurzen „No, thanks“ wurden wir auch in Ruhe weitergehen gelassen. Es verwunderte uns dann aber trotzdem, wie viele Pässe dort schon lagen und wie wenige Menschen sich über ihre Grenzübergänge auch nur 3 Minuten informiert hatten. Denn dieser Prozess kann von jedem selbst durchgeführt werden und benötigt keine weitere Hilfe. Es ist nichts anderes, wie auch an anderen Grenzübergängen. Und mit etwas Recherche im Vorfeld ein Kinderspiel.
Nach einem kurzen Fußweg zwischen den Grenzposten waren wir an der Immigration von Kambodscha angekommen. Hier bat man uns, unsere Impfpässe vorzuweisen und dazu ein kleines Kärtchen auszufüllen. Kostenlos. Nur wer keinen Impfpass hat, soll hier wohl 1 US $ [0,88 €] zahlen. Danach ging es dann in das Einreisegebäude, wo wir unsere Einreiseanträge ausfüllten und unsere Visagebühr am ersten Schalter zahlten. Von dort wurden wir zum Stempeln an den nächsten Schalter geschickt, wo es wieder einen Antrag auszufüllen gab. An diesem Schalter zeigte sich die Beamtenwillkür der Stempelgebühr („stamping fee“). Mussten die beiden Personen vor uns noch jeweils 3 US $ [2,64 €] zahlen, bevor sie ihre Pässe gestempelt ausgehändigt bekamen, wurde bei uns überraschenderweise nichts mehr gesagt. Wir nahmen wortlos unsere Pässe entgegen und gingen, bevor jemand noch eine Gebühr erwähnen konnte.
Da wir unseren Bus nach Siem Reap von der Grenze aus vor einigen Tagen schon gebucht hatten, gingen wir nun noch ein kleines Stück zur Ortschaft hinter der Grenze. Gefühlt das erste Gebäude, auf das man zuläuft, war das des AVT Büros. Hier zeigten wir unsere Buchung und warteten noch einmal eine Weile, bis einige Leute mehr über die Grenze gekommen waren. Gegen 11:45 Uhr ging es dann los. Der Minivan war nicht weniger voll geklatscht, als der zuvor in Laos. Doch wir wussten, dass wir nur eine Stunde nach Stung Treng fahren würden. Dort sollte es im Büro von AVT eine Mittagspause und einen erneuten Minivanwechsel geben. Daher war es für die Stunde in Ordnung so. In Stung Treng liefen wir erst einmal zu einem ATM, da wir unsere Tickets so noch nicht zahlen konnten. Dieser spuckte natürlich nur 100er Scheine in US $ aus. Wir gingen also in die nebenliegende Bank, um kleinere Scheine zu wechseln. Die Mitarbeiterinnen hier schienen mit den Kunden vor uns jedoch so überfordert, dass wir den Versuch abbrachen und mit einem kleinen Mädchen noch ein wenig Rumwitzeln und dann doch zurück zum Ticketbüro gingen. Dort aßen wir etwas und zahlten schließlich mit den großen Scheinen, was dann auch in Ordnung war.
Nach einer Stunde in Stung Treng ging es nun auf die Straße. AVT garantierte die mit Abstand schnellste Fahrt nach Siem Reap, denn sie hatten als einziges Unternehmen eine Lizenz, eine neue Straße nehmen zu dürfen. So ging die Fahrt auch zügig vorbei, auch wenn wir uns kurz vor Siem Reap auf einem Feldweg wiederfanden und nicht wussten, ob der Fahrer sich verfahren hatte oder eine Abkürzung kannte. In Siem Reap wurden wir dann am AVT Büro rausgelassen und kostenlos mit einem Tuk Tuk zum Hostel, dem White Rabbit Hostel, gebracht.

Der Tuk Tuk Fahrer erhoffte sich für diesen Service natürlich, dass er uns die nächsten Tage in Siem Reap sowie in Angkor herumfahren konnte. Wir wussten jedoch noch nicht wann wir was vorhatten, sodass wir bei einem Nummernaustausch verblieben und uns ansonsten ja melden könnten.
Im Hostel checkten wir bei Thommy ein. Thommy war ein sehr aufgedrehter Typ, zumindest gerade, und machte einen verpeilten Eindruck. Nachdem er uns ein paar Dinge zum Hostel gesagt hatte, brachte er uns hoch in unser Dorm und erklärte uns, dass heute ein Pub Crawl des Hostels anstehen würde, wir sollten unbedingt mitkommen. Wir waren uns erst noch unsicher, da wir vom Transfertag etwas matt waren, doch Thommy hatte uns schnell überzeugt. Deal. Wir sind dabei. Wir sind schließlich noch nicht zu alt für den Scheiß. An der Hostelbar gab es für uns noch einen abendlichen Snack, bevor wir uns am hiesigen gezapften „Cambodia“ probierten.

Es ließ sich wirklich sehr gut trinken, auch wenn wir vom Beer Lao natürlich noch sehr verwöhnt waren, schmeckte es uns. Schnell hatten wir einige Leute kennengelernt: Viola und George vom Staff sowie Thio, Thomas und Brand als Gäste, die aber schon so lange hier waren, dass sie fast eine Zwischenposition im Hostel einnahmen. Zum Einstimmen auf den Pub Crawl gab es im Hostel schon einmal ein paar Shots und Trinkspiele.

Rage Cave. Wir wussten erst nicht, was Rage Cave wäre, doch als es losging erkannten wir das Spiel. Wir hatten es auch schon gespielt, doch uns fällt der Name nicht mehr ein, unter dem wir es kennen. Nachdem Pumba dann noch einen Energy Shot mit George und Brand trinken musste, ging es los. Mit 17 Leuten aus dem Hostel zogen wir Richtung Pub Street. Mona meinte, dass Pumba sicherlich der Älteste hier wäre. Pumba hoffte noch auf einen aus der indischen Gruppe, der ihn im Alter schlagen würde. War aber wohl wirklich so.1547460387691530-13935469680724026700.jpg
Der Rest des Abends ist schnell erzählt. Es gab Shots, die teilweise von Stacy aus dem Staff auf der Theke kniend in den Mund eingeschüttet wurden. Es gab Bier, dass wirklich gut lief. Es gab lustige Gespräche mit den Anderen und es gab 3 Pubs. Im ersten zockte Pumba noch an der Theke eine Runde „4 gewinnt“ und gewann dadurch ein weiteres Bier gegen Brand. Eine Runde gewann er sogar mit nur 4 Steinen (gegen eine junge Frau aus Kanada, deren Namen wir nicht mehr wissen). Dies war ihm zuvor nur 1x im Leben gegen einen rothaarigen Jungen gelungen und er hatte nicht geglaubt, dass das jemals wieder passieren würde. Lustigerweise hatte sie zwei Minuten vorher noch darüber gelacht, dass jemand tatsächlich mit 4 Steinen verlieren könnte.

In der zweiten Bar gab es auf einer Dachterrasse Kicker, Beerpong und sogar eine kleine Halfpipe auf dem Dach. Wir konzentrierten uns aber auf Bier und Shots, bevor es zur dritten Bar weiterging. Das war dann eher ein Tanzschuppen. So waren die Bars recht abwechslungsreich und wir hatten eine gute Zeit.15474603878891-12220627454709712479.jpg
Auf dem Heimweg entstand einige Verwirrung, da wir noch einmal die Pub Street hoch und runter marschierten, um noch einen nächtlichen Snack zu finden, bevor wir feststellten, dass wir das beide eigentlich nicht bräuchten und zum Hostel zurückkehrten. Kommunikation ist alles.

Tag 114: Regeneration vom Pub Crawl

Nach dem Aufstehen nutzten wir erst einmal unsere Erlebnisdusche im Dorm. So viele Funktionen gab es selten bei einer Dusche. Wir waren natürlich auch für die Tempel von Angkor in Siem Reap, doch heute wollten wir es noch ruhig angehen lassen. Nach dem Pub Crawl wollten wir nicht mit dem Temple Run starten und erst einmal sollte sowieso endlich ein neuer Tripod her. Unseren hatten wir in Malaysia schon weggeworfen und hatten seitdem keinen gefunden, der preislich und von der Größe her für uns in Ordnung war. Hier wurden wir aber schnell fündig. Mona hatte einen Fotoladen bei Google ausfindig gemacht, der nicht weit von unserem Hostel lag und siehe da, neuer Tripod. Check. Als nächstes stand eine SIM Karte auf der Agenda, was aber schwieriger war, als zuletzt, da hier nicht jeder Supermarkt SIM Karten verkauft. Einige Touristenbüros boten sie an, doch 7-8 US $ [6,15-7,03 €] waren uns zu viel. Wir gingen erst einmal zu einem Inder Mittagessen und suchten dort im WLAN nach einem Büro eines Telefonunternehmens.

Wieder hatten wir Glück, dass das Unternehmen unserer Wahl ein Büro auf dem Rückweg zum Hostel hatte. Vor der Tür wurden dort wieder Traveller-SIMs für 7-8 US $ angeboten. Drinnen bekamen wir für 1 US $ [0,88 €] dann 14 Tage Internet mit 5 GB Datenvolumen. Auch wenn wir die Mitarbeiterin nicht verstanden, sie uns erst noch Geld auf die Karte für Anrufe buchen wollte und wir bis heute nicht wissen, welches Paket wir letztlich hatten, wir hatten eines für einen tollen Preis.
Im Hostel aktivierten wir die Karten und sie funktionierten umgehend. Dort chillten wir noch eine ausgiebige Runde.

Thomas und Thio probierten sich wieder an den ersten Bierchen, uns war aber gerade eher nach einem Käffchen. Wir fanden das „Footprint“, wo wir einige Zeit bei einem Cafe Latte verbrachten.

Auf dem Rückweg war Pumba dann aber fällig. Er musste zum Friseur. Die Friseure, die wir auf dem Hinweg zum Café passierten, riefen schon quer über die Straße, Pumba solle doch reinkommen. War es denn so schlimm? Zumindest war die Idee jetzt geweckt und auf dem Rückweg wurde sie dann direkt umgesetzt. Während Pumba sich hinsetzte, ging Mona schon mal weiter ins nahe Hostel. 1547460384497984-13719133787416435432.jpgAls Pumba dann eine halbe Stunde später wieder zu ihr stieß, fiel ihr auf, dass er zwar schon ganz gut aussehen würde, doch der Friseur am Hinterkopf noch einiges hätte entfernen können. Als sie es ihm per Foto zeigte, fragte auch Pumba sich, ob das so sein sollte, oder ob das vergessen wurde. Also lief er schnell zurück und ließ nachbessern. Jetzt waren alle zufrieden.
Viola versuchte uns zum Hostel-Family-Dinner zu überreden, wo es in großer Hostelrunde für 8 US $ [7,03 €] Quesadillas geben sollte. Wir waren jedoch wirklich noch nicht hungrig und sagten ab, nur um einige Zeit später doch Hunger zu bekommen und selbst zu einem nahen Mexikaner zu gehen. Mona nahm Quesadillas, Pumba einen Burrito und einen Taco. Es schmeckte wirklich sehr gut. 1547460384186827-1538848040821803458.jpgWir spielten nach dem Essen eine Runde, zwei Runden, drei Runden, und führten das auch zurück im Hostel noch etwas fort. Hierbei wurden wir ständig von einer dicken Kakerlake umkreist. Wer wen hierbei mehr im Auge behalten hat, ist eine spannende Frage. Als Pumba Mona während dem Trinken gerade eine Anmerkung gab, wo die Kakerlake gerade laufen würde, spritzte Mona sich vor Schreck beim Absetzen der Flasche Wasser ins Auge. Sie war blind und in der Nähe eine Kakerlake. Keine Wunschvorstellung. Wir lachten uns schlapp.1547460383339226-11442619950908591082.jpg
Zurück im Dorm stellten wir fest, dass im Hochbett über Mona ein Pärchen lag, über Pumba hingegen nur deren Taschen. So hatte Mona ziemliche Angst, dass sie bei dem Gewicht über ihr die Nacht nicht überleben würde.

Tag 115: Die Tempel von Angkor – kleine Runde

Gute Nachricht vorweg: Mona überlebte, weil das Bett natürlich standhielt. Obwohl heute ein Temple Run für den Tag geplant war, stellten wir den Wecker erst noch einmal weiter. Die Nacht war nämlich nicht die beste gewesen: zu viele Geräusche, zu warm und zu oft wach. Also jetzt erstmal noch 2 Stunden schlafen. Dann ging es zu einer französischen Bäckerei in der Nähe. Zum Frühstück gab es Quiche. 1547460389609954-13931497272965100964.jpgFrisch gestärkt konnte unsere Tempeltour nun starten, sodass wir nun endlich einem der hundert Tuk Tuk Fahrern, die uns gefragt hatten, zusagen konnten. Mit ihm entschieden wir uns heute für die kleine Runde der beiden angebotenen Standardrunden, die uns 15 US $ kostete [13,18 €]. Erst musste er uns aber zum Ticket-Office der Tempel bringen. Das war mal ein Kassenhäuschen. Wo anders geht sowas als Palast durch, hier dient es nur dazu, den Menschenmassen Karten für das Tempelgelände zu verkaufen.

Wir gönnten uns unsere höchste Ausgabe der gesamten Reise (ausgenommen der bisherigen Flüge) und zahlten pro 3-Tages-Pass 62 US $ [54,47 €]. Puuhh, das schlägt auf’s Reisebudget. Mit diesen Pässen, die auch ein Foto von uns enthielten, konnten wir nun die Kontrollstation passieren und waren schnell am Parkplatz von Angkor Wat angekommen. Hier merkte man schon am Parkplatz, dass wirklich viele Leute auf dem Gelände waren. Als wir das Gelände dann aber betraten, wussten wir auch wieso. Wir hatten ja schon viele Tempel auf unserer Reise gesehen und waren zwischendurch (und sind vielleicht noch immer) wirklich müde, was Tempel angeht. Doch Angkor Wat schaffte es, uns zu begeistern.

Diese Größe machte uns einfach baff. Wir verbrachten viel Zeit hier. Unser neuer Tripod wurde direkt getestet und verwendet, sodass Pumba einige Sprints vollführen musste, um trotz Selbstauslöser rechtzeitig in Pose zu sein. So viel Sport hatte er lange nicht mehr gemacht.

Ohne Wolken war es heute wieder außerordentlich warm, sodass wir nach den Sprints aber zügig in die Hauptanlage hineingingen, um der Sonne zu entgehen. Hier fanden wir laut einem nahen Guide „den Mittelpunkt der Welt“, an dem auch wir ein Foto schossen. 1547460382824599-1567771376159856504.jpgHier liefen verschiedene Flure und Bereiche, die die 4 Elemente abdecken sollten, zusammen. Beachtlich, wie genau Nord-Süd sowie West-Ost hier verliefen.
Schließlich gingen wir auch noch nach oben in den Hauptturm.

Schwangere und Kinder dürfen laut Schild nicht hinauf. Doch Mona ist ja nicht schwanger und dass Pumba ein Kind ist, versuchten wir zumindest für einige Minuten zu vertuschen. Der Weg nach oben führte dabei über die steilste Treppe, die wir je gesehen hatten. Dagegen ist eine Hühnerleiter eine flache Ebene. Angor Wat war einfach unglaublich beeindruckend!


Auf dem Rückweg zum Tuk Tuk ergatterten wir noch eine Wasserflasche für 2 US $ [1,76 €]. Es war recht teuer, aber in der Hitze hatten wir keine Wahl. Schließlich gab uns der Kerl für die Flasche sogar ungefragt 1 US $ [0,88 €] Rabatt, da er Angst hatte, wir würden nebenan eine kaufen.
Mit unserem Tuk Tuk Fahrer ging es nun weiter in Richtung Angkor Thom, der alten Hauptstadt mit weiteren beeindruckenden Tempelanalagen.

Man vermutet, dass Angkor Thom die erste Megacity der Menschheitsgeschichte war und in der Hochphase jeder 1000. Mensch hier gewohnt habe. Wenn es heute eine Stadt gäbe, wo 0,1 % aller Menschen der Welt leben würde, hätte sie rund 80 Millionen Einwohner – wie Deutschland. Krass. Da damals aber nur religiöse Bauten mit Stein gebaut wurden, weltliche Bauten jedoch aus Holz, ist außer den Tempeln wenig von Angkor Thom übrig geblieben.
Der nächste Tempel, an dem wir stoppten war der Bayon Tempel. Er kennzeichnet sich durch hunderte Gesichter, die zu allen Himmelsrichtungen schauen. 15485602232837455327926670072755559.jpgIm Tempel gab es uns aber zu viele Gesichter, was vor allem Mona heute ziemlich störte. Mit Gesichtern sind in diesem Fall die der Menschen gemeint, nicht die des Tempels, die waren noch immer cool.

Bevor Mona aber wegen dem Fotodrang vieler Chinesen eine miese Laune bekommen würde, gingen wir weiter.
Wir besuchten noch den Baphuon Tempel, den Pumba aufgrund der Hitze alleine bestieg.

Zurück gingen wir durch den Schatten zu der Terrasse der Elefanten, wo unser Tuk Tuk Fahrer uns wieder aufgabelte. Unser aufmerksamer Fahrer stoppte auch unterwegs an kleineren Stopps, die nicht auf dem Plan waren, wenn er dachte, es wäre ein cooler Spot oder sah, dass wir ein Foto machen wollten. So stoppten wir an einem Torbogen, einer alten Brücke, einem Fluss und anderen Ecken.

Zudem kaufte er uns eine große Flasche Wasser, was im Preis enthalten sein sollte. Wir wissen nicht, ob das ein klassischer Service hier war oder ob wir wirklich einen tollen Fahrer erwischt hatten.
Der Ta Keo Tempel glänzte auch mit unglaublich steilen Treppen. Doch nur Pumba hatte genügend Motivation die weiteren Treppen in Angriff zu nehmen und wieder bis nach ganz oben zu gehen.


Ta Prohm stand nun auf der Agenda. Der Tomb Raider Tempel aus dem Film. Dementsprechend wird er auch angeworben, was heißt, dass hier neben Angkor Wat die meisten Menschenmassen zu erwarten sind. Der Tempel war aber auch äußerst beeindruckend. Wie die Bäume sich ihr Revier über Jahrhunderte zurückerobert haben und über den Mauern wachsen. Wurzeln auf beiden Seiten der Mauern. Diese Symbiose war einfach cool anzusehen. Ohne die Mauern haben die Bäume keinen Halt mehr, ohne die Bäume haben die Mauern aber ebenso wenig Halt. Leider wurden viele Teile restauriert, die nach den Eindrücken der Vorher-Nachher Tafeln vorher cooler aussahen.

Im Film Tomb Raider hat der Tempel eine große Kammer, in der Realität ist dies aber nicht so. Fast alles spielt sich draußen an den Mauern ab. Da es schon spät war, hatten wir das Glück, gegen Ende unseres Besuchs fast alleine im Tempelareal zu sein. Zuvor gingen uns die geführten Gruppen um uns herum schon ein wenig auf die Nerven. Allein war es einfach noch mal cooler hier. Wir ließen uns also Zeit, auch wenn das bedeutete, dass wir den letzten Tempel auf der Agenda nicht mehr sehen würden, da auch dieser bald schließen würde.
Nach diesem anstrengenden Tag in der Sonne genossen wir es, im Tuk Tuk die Beine hochzulegen und auf dem Weg zurück zum Hostel etwas zu entspannen. Wir waren wirklich hungrig. So ließ uns der Tuk Tuk Fahrer in der Nähe des Hostels raus und wir vereinbarten für den nächsten Morgen die große Runde mit ihm. Dann gingen wir endlich etwas essen.1547460379518671-18916333990889983773.jpg Wir fanden ein recht günstiges Lokal, das zudem auch noch recht gut schmeckte. Leider war Monas Gericht wieder etwas scharf geraten, obwohl sie extra „no spicy“ bestellte. Dann ging es duschen. Das war fast genauso dringend nach dem heutigen Tag wie das Essen zuvor.

Bei einem Bierchen an der Theke ließ Pumba sich überzeugen, wieder am Pub Crawl teilzunehmen. Das Argument von Brand, dass er, Thio, Thomas und Viola morgen früh nach Phnom Penh weiterfahren würden, hatte gewirkt. Mona hingegen war wirklich zu müde dazu, auch im Hinblick auf den nächsten Morgen und unsere nächste Tempeltour. Das Antibiotika nahm sie ja auch immer noch. Die Route des Pubcrawls war die gleiche wie zwei Tage zuvor. In der ersten Bar wurde mit Brand gequatscht, in der zweiten mit Locals gekickert und mit Neuseeländern Beerpong gespielt, bevor in der dritten Bar der Abend zu Ende ging. Für einen Deutschen aus der 20-köpfigen Gruppe ging es hier wortwörtlich zu Ende. Er war zum Start schon mehr als gut dabei und hatte jetzt wirklich zu viel getrunken, sodass er sich übergeben musste. Nachdem er dann einen kurzen Spaziergang mit einer Schweizerin an der frischen Luft gemacht hatte, wo er sich wieder übergab, erkannte Pumba dies als guten Moment, um den Absprung zu schaffen und mehr oder weniger zeitig ins Hostel zurückzukommen. Er schlug also vor, den Deutschen ins Hostel zurückzubringen. Gesagt, getan. Leider brauchte er für den Rückweg mit dem Kerl knapp eine Stunde, statt der üblichen 10 Minuten Fußweg.
Als Pumba dann endlich im Dorm war, fiel er wie Mona in einen tiefen Schlaf und hörte nicht einmal, als andere Leute aus dem Dorm dann auch irgendwann heim kamen (und den noch immer sich übergebenden Deutschen abduschen mussten).

Tag 116: Die Tempel von Angkor – große Runde

Der Wecker um 6:40 ging definitiv zu früh. Nicht nur für Pumba, der nur wenig Schlaf hatte, auch für Mona kam der Weckservice zeitiger als erhofft. Egal, es nützte ja nichts, wir hatten schließlich auch viel Geld für die Tempeltickets und die Tuk Tuk Fahrt gezahlt. Auf ging’s. Die große Tempeltour kostete uns 20 US $ [17,57 €] mit dem Tuk Tuk. Erster Stopp war wieder das französische Café, wo wir uns mit einem Baguette und einem Teilchen für den Weg eindeckten. Pünktlich wurden wir dann am Hostel abgeholt und die große Tempelrunde begann. Noch in der Stadt kaufte der Fahrer für uns einen Endlosvorrat an Wasser. Es sollte also wieder ein enorm heißer Tag werden.
Der Preah Khan Tempel erinnerte uns direkt an den Tomb Raider Tempel Ta Prohm vom Vortag.

Nur fast keine Leute hier. Ansonsten war er atmosphärisch aber sehr ähnlich. Wir merkten aber auch schon am ersten Tempel des Tages, dass wir wieder weniger euphorisch bezüglich Tempel waren als am Tag zuvor. Es gibt einfach zu viele in Südostasien. Zudem waren wir wohl auch einfach schlapp vom Vortag (und der Nacht).
Der zweite Tempel des Tages, Neak Pean, befand sich auf einer kleinen Insel, die man über einen langen Holzsteg erreichte.

Es war ein Wassertempel mit großen Becken. Ganz schön, aber weniger spannend als die Jungletempel. Die beiden Tempel, Östlicher Mebon und Pre Rup, die dann folgten, waren noch einmal um einiges größer, jedoch standen sie dafür in der prallen Sonne.

Wir hatten zwar aufgrund unseres frühen Starts noch nicht die Mittagshitze erreicht, doch heiß war es auch jetzt schon. Zu heiß. Aus diesem Grund waren wir dann auch recht froh, dass der Banteay Srei Tempel – wieder ein Jungletempel – dann auch der letzte sein sollte. Auch er erinnerte an den Tomb Raider Tempel, war aber weit weniger eingestürzt. Er wird auch Lady Tempel, aufgrund der pinkschimmernden Gesteine, genannt.


Insgesamt ist festzuhalten, dass alle Tempel, die wir gesehen haben wirklich schön und beeindruckend waren. Jeder auf seine Art. psx_20190119_1455595509739349525984051.jpgTrotzdem waren wir froh, als wir schon gegen 12:15 zurück am Hostel waren. Die große Runde hatte also weit weniger lange angedauert, wie die kleine Runde (auf der die „Highlights“ liegen).
Wir freuten uns, noch eine ganze Tageshälfte zu haben und die Mittagshitze nicht in der Sonne verbringen zu müssen. So chillten wir uns noch einmal ins Dorm und nappten auch kurz, bis es auch im Dorm zu heiß wurde. Erst half noch ein Ventilator, dann mussten wir aber aufstehen. Wir zogen los, um ein Ticket für die Bootsfahrt von Siem Reap nach Battambang zu ergattern. 1547460392547981-16576160851228173911.jpgDas gab es zwar auch im Hostel, doch dort kostete es 25 US $ [21,96 €]. Wir versuchten es aber für 20 US $ [17,57 €] zu ergattern. Das schafften wir auch gleich beim ersten Ticketstand hinter der Pub Street, zu dem wir gingen. Mit den Tickets in der Tasche gab es noch einen Mittagssnack. Hier lief Marco, der Fotograf vom Slowboat nach Luang Prabang, den wir an Silvester auch kurz sahen, an uns vorbei. Er blieb lieber auf Abstand, da er sich wohl eine deftige Lebensmittelvergiftung eingefangen hatte, wie er uns mitteilte.
Auf dem Rückweg zum Hostel fanden wir noch ein cooles Café, um eine Weile zu verbringen.1547460379346490-1421620996135151568.jpg Hierbei überlegten wir noch, was wir in Kambodscha sonst noch machen würden, bloggten und chillten einfach. Plötzlich waren wir verschnupft. Hatte der Ventilator im Dorm zu stark geblasen? Es nervte. Trotzdem ging es noch eine Runde über den nahen Nachtmarkt, auch ohne dass wir wirklich etwas kaufen wollten. Pumba ärgerte Mona wieder etwas zu sehr, woraufhin sie sagte, er solle Schluss machen, um sie nicht mehr zu ärgern. Beim „Versuch“ dazu, versprach sich Pumba jedoch („Es war eine schöne Zeit mit mir“) und machte letztlich dadurch mit sich selber Schluss. Nicht einmal das konnte er.


Später saßen wir aber trotzdem Phase 10 spielend und Bierchen trinkend im Hostel am Pool zusammen. Nach etlichen guten Runden, wurde es aber Zeit fürs Bett. Die Lampen waren schon ausgeschaltet. Vermutlich litt der Staff auch noch unter den Nachwirkungen des Pub Crawls. So gingen wir dann auch zu Bett. Am nächsten Morgen sollten wir Siem Reap wieder verlassen und mit dem Boot nach Battambang fahren.
Wie sich die nächste Slowboat Tour für uns machte und was es sonst so in Battambang gab, erfahrt ihr, wenn ihr dran bleibt.
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Bis dahin,
M & P


4 Gedanken zu “siem reap – das tor zu den tempeln von angkor

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