singapur

Tag 49: Lichtershows²

Unsere 10-stündige Busfahrt von Penang nach Singapur entpuppte sich aufgrund zahlreicher Stops letztlich als 13,5-stündige Tour zwischen Ein- und Ausstieg. Trotzdem war unsere Fahrt recht gediegen, hatten wir doch einige Gadgets wie WLAN. Die Sitze waren auch recht bequem, sodass sich auch ganz passabel schlafen ließ, sofern Pumba keine „dry willys“ verteilte. Davon erhielt Mona nämlich einen, als Pumba checken wollte, ob sie zum Schlafen Oropax tragen würde. Mona schlief nämlich so gut, dass Pumba bei einer längeren Pause kurz fürchtete, sie wäre tot, als der ganze Bus pinkeln ging und sie als einzige wie versteinert liegen blieb und durchschlief. Sie erwachte nur 1x und rastete dabei fast aus, da ein Asiate hinter uns im Sitz mal wieder keine Kopfhörer kannte (wie so oft auf Transfers hier – mega ätzend) und mitten in der Nacht laut Youtube-Clips inhalieren wollte. Glücklicherweise schaltete er sein Handy noch ab, bevor Mona zu ihm rüber springen konnte. Sie hatte schließlich schon wie eine hungrige Löwin auf der Jagd zum Sprung angesetzt.
Die Einreise nach Singapur lief auch gut. 20181030_0857554364465955003491434.jpgAus dem Bus raus, malaysische Ausreise, in den Bus rein, nach 3 Minuten wieder raus, Gepäck mitnehmen, durch die Immigration von Singapur und wieder mit Gepäck in den Bus rein. Hätte der Beamte bei der Singapur Einreise nicht von Pumba alle Daten seines bisherigen Lebens erfragt, hätte die ganze Sache alles in allem wohl nur 15 Minuten gedauert.
Das Zimmer in unserem Hostel war wie vermutet noch nicht fertig für uns, waren wir doch gegen 10 Uhr vor Ort, also noch eine Stunde vor dem Check-Out der vorigen Gäste.20181030_1220387660279274878677742.jpg Wir durften aber schon einmal duschen und unsere Backpacks lagern, bevor wir uns aufmachten um etwas zu essen. Wir landeten bei einem Thai und merkten wieder einmal, dass die Thai Küche doch unsere liebste Küche ist. Nur hätten wir den Betreiber im Vorfeld schon einmal fragen sollen, ob er auch Kreditkarten zur Zahlung annimmt, waren wir doch noch an keinem ATM und somit mittellos. Pumbas Scherz, Mona als Pfand zurückzulassen, wurde also nach dem Hinweis auf „Cash only“ zur Realität.
„Bis in 2 Tagen also, ich bin dann mal weg“.
Auf der Straße besann sich Pumba aber dann zügig, hätte er ohne Mona doch niemanden mehr, um über die schweißtreibende Hitze zu keimen.20181030_1256212224488903058836485.jpg So kam er dann doch mit Bargeld in der Tasche zurück. Es dauerte zwar länger, als Mona erwartet hatte. Doch lag das weniger an Pumbas Gedankenspielen, Mona zurückzulassen. Vielmehr lag der zeitliche Verzug darin, dass Pumba sich in einer Mall erst etwas verlaufen hatte und schließlich auch noch den entgegengesetzten Ausgang zur falschen Straßenseite nahm.
Im Anschluss an unseren Besuch beim Thai waren unsere Betten im Dorm für uns bereitet. Wir luden unser Zeug auf unsere Betten und machten uns auf den Weg zur Metro. Den Touri Pass für die Metro kann man nur in der Station Chinatown kaufen – gut, dass uns das auch mal gesagt wurde.

Also hieß es, eine Einzelfahrt nach Chinatown zu lösen und dort auszusteigen, um unser 3-Tages-Ticket zu bekommen. Unterwegs stieg locker der Vater von Luna Lovegood zu uns in die Metro ein. Als wir schon mal da waren und nach einigem Suchen in Chinatown den passenden Ticketschalter gefunden hatten, vermachten wir uns erst einmal einen Eindruck über dieses Viertel. Das war so für heute eigentlich nicht geplant, aber wir sind ja flexibel.

Leider regnete es, was den ersten Eindruck sicherlich etwas trübte, waren doch alle Stände unter Planen und Regenschutz eingepackt. Es war schon mal gut, dass Mona einen Schirm vom Hostel mitgeschleppt hatte. Wir besuchten einen Tempel, wo angeblich ein Zahn Buddhas als Reliquie vorliegt. Außerdem besuchten wir auch die Singapur City Gallerie. Hier konnten wir die Stadt von ganz oben sehen. Wie in einem Helikopterflug.

Nur eben mit Modellen statt echten Gebäuden. Kurz nachdem wir die City Gallerie wieder verlassen hatten, merkten wir, dass wir die SD Karte in der Kamera im Hostel liegen hatten. Mona hatte im Bus noch ein paar Bilder bearbeitet und die Karte demnach woanders eingepackt. Blöd gelaufen, wollten wir doch eigentlich in die Marina Bay Area und nicht schon wieder zurück ins Hostel. So entschieden wir uns dazu, dass wir in einer Mall in der Marina Bay Region einfach eine neue SIM kaufen wollten – dekadent. Aber gleichzeitig auch nicht sinnlos, da wir ja noch etwas Zeit unterwegs verbringen wollten und früher oder später vielleicht sowieso noch eine gebraucht hätten. In unserem dekadenten Gedankenspiel machten wir unsere Rechnung jedoch ohne die Planer und Architekten der Mall. Hier gab es einfach keine Läden für Elektronikzubehör.

Wir fanden einen Kameraladen, wo es wenige kleine SD Karten gab. Diese waren aber überteuert und wiesen nicht ausreichend große Speichermengen auf. Ansonsten gab es nur Uhren, Mode, Uhren, Handtaschen, ein wenig Essen, Uhren und ein Kasino. Pumba hätte gerne mal da hineingelunzt. Mona wollte heute aber dann doch nicht ganz so dekadent sein. Die Mall enttäuschte uns also leider, da sie nur Dinge bot, die wir nicht brauchten. Uns fiel auf, dass die Mall bereits weihnachtlich dekoriert war. Neben bunten Lichterketten und Tannennadeln gab es sogar schon Tannenbäume. Es war ja schließlich schon der 30.10., nicht dass man zu spät anfangen würde Weihnachtsstimmung erzeugen zu wollen. Wir fuhren also doch noch einmal mit der Metro zurück zum Hostel, wobei wir überraschenderweise noch ein paar weitere Uhrenläden passierten.
Die erste Bahn am Steig verpassten wir zwar, weil wir zu spät auf die Anzeige geschaut hatten. Doch 2 Minuten später kam bereits die nächste Bahn (Das System hier scheint wirklich gut ausgebaut zu sein, mussten wir an keiner Haltestelle länger als 3 Minuten auf die nächste Bahn warten).
Zurück in der Marina Bay Region spazierten wir mit unserem Mary Poppins Regenschirm ein wenig durch den Regen. So schlenderten wir durch die Gardens by the Bay.

Als wir nach einigen Umwegen – geplant wegen Zeitpolster, nicht verlaufen – die berühmten Supertrees erreichten, war unser erster Eindruck, dass diese weniger beeindruckend waren, als wir es gedacht hatten. Sie waren kleiner, weniger bunt, weniger hübsch und auf weniger Grünfläche platziert, als wir es gedacht hatten. Typischer Fall von zu hohe Erwartungen. Toll waren sie aber natürlich trotzdem. Sie hinterließen uns nur weniger sprachlos als im Vorfeld gedacht. Wir suchten uns einen schönen Platz, um der anstehenden Lichter- und Musikshow der passend leuchtenden Supertrees folgen zu können. Erst erfreuten wir uns, dass nur eine handvoll Besucher den Weg hierher gefunden hatten und schoben diese Tatsache darauf, dass es so viel geregnet hatte, auch wenn es jetzt pünktlich aufklarte. 2 Minuten vor Beginn der Show wurde der Platz aber plötzlich überrannt, als wären gerade 117 Busse gleichzeitig angekommen.


Die Show an sich war ganz cool, wir empfanden den Wechsel zwischen den Liedern aber als zu schnell und den Wechsel zwischen verschiedenen Musikgenres in der Show als zu sprunghaft. Pumba erinnerte die Medley-Vielfalt etwas an Monas Showtänze in ihrer Tanzgarde, die stets plötzlich das nächste Lied starten, wenn Pumba gerade angetrunken den laufenden Song zu grölen beginnt. Es sah zwar toll aus, wie die Bäume passend zur Musik unterschiedlich aufleuchteten, doch mit passenderer Musikwahl und -länge wäre wohl mehr Stimmung auf das Publikum übergegangen.


Wir wollten nach der Show auch direkt die Spectre Show auf der anderen Seite des Marina Bay Sands sehen. Zwischen den Shows hatten wir mehr als eine Stunde Zeit. Hätten wir die Shows andersherum gesehen, wäre die Wartezeit kürzer, was auch nicht schlecht gewesen wäre, aber je nachdem, wie viel Zeit man hat, ist es eigentlich egal und immer gut machbar an einem Abend beide Shows zu sehen.
Auf dem Weg nach vorne mussten wir noch einmal die Mall von vorhin queren. Hier fahren sogar Boote in einem Kanal im untersten Stockwerk – Venedig in Singapur.


Vor der Mall befindet sich ein Trichter, der Wasser zirkulieren lässt, bevor es in der Mitte durch eine Öffnung fließt und dadurch einen Wasserfall in der unteren Etage der Mall erzeugt. Der Wasserfluss war nahezu geräuschlos und wirkte sehr beruhigend, vor allem auf Mona. So fragte sie Pumba: „Hast du mal ein Video gesehen, wie jemand Plätzchen dekoriert? Das ist genauso beruhigend.“
-„Nö. Aber jedem das seine.“20181030_2030107378804038948953395.jpg
Beruhigend fand Pumba es trotzdem, auch ohne Backvideos. Mona wollte Pumba dann erklären, wie der Kreisfluss des Wassers zustande kam: „… Eben war da noch mega krass tobelooo. Nein, towaboo.“ Pumba kippte um vor lachen, meinte sie „tohuwabohu“? Ja, meinte sie. Ab jetzt also „tobelooo“.
Die Lichtershow, die uns eigentlich hertrieb, verfolgten wir an einer wackeligen Reling, doch da wir noch nichts gegessen hatten, sollte sie uns halten. Die Spectre Show hier fanden wir beeindruckender als die der Supertrees.

Sie war einfach sehr stimmig in der Musik und den Wasserfontänen. Die Lieder wurden einfach passend auslaufen gelassen. Zudem war es einfach toll, welche Lasereffekte im Sprühnebel des Wassers möglich sind. Wir waren beeindruckt, obwohl Pumba von den Besuchern hinter uns für einige Handyaufnahmen als Stativ verwendet wurde.
Zurück am „tobelooo-Trichter“ verwirrte uns kurz ein Mann mit seinen Soundspielen.psx_20181109_120153524696025267805796.jpg Dieser bellte oder sprach in den Trichter hinein, was auf der anderen Seite der Runde wie aus einem Lautsprecher heraus schallte. Wir erkannten zügig, von wem die Geräusche kamen, doch war es eine minutenlange tolle Unterhaltung, andere Besucher in ihrer Verwirrung zu beobachten.
Da uns der Food Court in der Mall nicht zusagte, kehrten wir auf dem Rückweg bei einem Inder ein, der uns ein tolles Abendessen servierte. Danach ging es nur noch ins Bett, obwohl das Dorm auch ohne uns schon eine Menge Käsefüße und Schnarchkonzerte bereithielt. Doch wir waren platt und schliefen zügig und lange.

Tag 50: Halloween

Am nächsten Tag frühstückten wir erst gegen 10 Uhr. Dabei lernten wir einen Deutschen kennen, der seinen Reisepass auf den Philippinen geklaut bekam- unschön. Seitdem hat er einige Botschaften besucht und versucht zu klären, wo er mit seinem vorläufigen Reisepass hin darf und wo nicht, wurde er doch bereits einmal von einer Airline abgewiesen.
Uns zog es dann Richtung Merlion (oder wie Pumba zu sagen pflegt: „Merlin“), einem Wesen halb Fisch und halb Löwe. In der Hitze auf dem Weg gingen wir fast kaputt. Zufällig kamen wir dann auch noch am „Denker“ vorbei.

Vor Ort am Merlion angekommen, entstanden dann aber lustige Fotos, etwa wie der Merlion uns in den Mund oder das Ohr sprudelt oder wir das Marina Bay Sands essen wie Susi und Strolch ihre Spaghetti.


Als nächstes ging es für uns nach Little India, wo die Straßen schon für das in einigen Tagen anstehende Fest „Deepavali“ dekoriert wurden. An sich fanden wir es hier aber nicht so schön, bis auf einige Streetart und bunte Häuser, denen wir begegneten.

Wir liefen an sehr vielen Goldgeschäften vorbei, aber der Funke oder Charme des Viertels wollte heute hier nicht überspringen. Also zogen wir zügig weiter ins arabische Viertel „Kampong Glod“. Hier war es unserer Meinung nach schöner. Da wir hungrig waren, kehrten wir in einem Straßenlokal ein. Für Pumba gab es eine Dönerrolle mit Pommes für seine Rollen zu ergänzen.

Bei der bewussteren Mona gab es einen Avocadosalat, der sich aber leider in Größe und Gewicht als Witz herausstellte. Dann kam der Regen, sodass wir eigentlich vorbei an der Moschee zurück ins Hostel wollten.
Auf dem Weg zur Metro landeten wir noch in einem Museum, wo gerade ‚krasse‘ Bleistiftzeichnungen ausgestellt wurden.

Die Ausstellung an sich war sehr cool und interessant, erkannte doch selbst Mona in zahlreichen künstlerischen Ausfertigungen einige Penisse und dies sogar oftmals schon, bevor Pumba sie erkannte. Noch cooler und interessanter als die Ausstellung an sich gestaltete sich aber die hiesige Toilettenanlage. Neben vorgewärmten Toilettensitzen gab es hier nämlich eine Fernbedienung. 20181031_160040-21358683522997395590.jpgMit dieser konnte man nach vollendetem Geschäft zwei Arten des säubernden Wasserstrahls auswählen. Zudem verfügte sie über die Option die Wassermenge und den Wasserdruck je nach Vorliebe zu steuern. Als krönenden Abschluss gab es dann auch noch die Fön-Funktion, die das Wasserbad am Ende trocken blies. Wow. So sieht Papiersparen in Singapur also aus. Pumba erfreute sich an diesem Toiletten-Add-On wie ein kleines Schulkind, das Geburtstag und Weihnachten zusammen erlebt. Mona hingegen musste ein Weilchen warten, bis Pumba aus der Toilette wieder heraus war.
Dann ging es für uns in den Supermarkt, um fertige Salate und Tomatensuppe zu kaufen. Diese planten wir dann abends im Hostel zu essen, um die 25 €, die ein Essen im Restaurant hier ungefähr kostet, einzusparen.
Im Hostel selbst hatten wir einen angenehmen Vorabend, indem wir die Busse nach Melaka und die dortige Unterkunft buchten. Auch Pumbas Praktika waren endlich im System der Universität eingetragen – einer Beantragung des Abschlusszeugnisses stand also jetzt nichts mehr im Weg.
Leider wurde unser angenehmer Aufenthalt jäh unterbrochen, als zwei Italiener aus unserem Dorm von ihrer Tagestour durch die Stadt zurückkamen. Einer der beiden hatte die Schweißfüße des Todes, die uns einiges abverlangten, nachdem sich die beiden ebenfalls im Aufenthaltsbereich des Hostels ausgebreitet hatten. Saßen sie auch gute 5 Meter von uns entfernt, diese Käsemauken konnte man wohl noch 50 Meter gegen den Wind riechen – wirklich unangenehm. Es war uns ein Rätsel, wie er oder sein Freund es selbst mit diesem Gestank aushalten konnten, ohne auf die Idee zu kommen, zu duschen oder zumindest die Füße abzuwaschen.20181031_195400-25629068532075792468.jpg
Nichtsdestotrotz mussten wir doch irgendwann unser Essen zubereiten, wollten wir ja an Halloween zumindest für das ein oder andere Bierchen noch vor die Tür gehen. Unsere Salate und die Suppe waren sogar recht lecker, wir hatten eine gute und günstige Wahl getroffen.
Danach machten wir uns auf den Weg zum Clarke Quay, wo abends wohl immer viel los sein sollte. Pumba hatte auf dem Weg dorthin noch irgendetwas aus dem Salat zwischen den Zähnen klemmen. Wir fragten uns nach einiger Zeit, ob dieser Umstand Pumba oder Mona mehr nervte, spielte er doch dauernd mit der Zunge daran herum, um es zu beseitigen. Als wir dann aber das Gleis der Metro erreichten, erübrigte sich diese Diskussion, musste es jetzt doch schnell gehen, schließlich hielt die U-Bahn schon dort. Irgendetwas musste schief gelaufen sein, doch letztlich trennten sich hier unsere Wege. Pumba schaffte es noch in die Bahn zu springen, doch während er durch die Tür huschte, ging diese auch prompt schon zu. Mona hatte es nicht geschafft, sie stand überrascht und fragend noch am Gleis. Es war wohl im wahrsten Sinne „blöd gelaufen“. So konnten wir uns nur noch gegenseitig mit einem entschuldigenden Schulterzucken voneinander verabschieden und mussten unsere Fahrten alleine antreten. In Pumbas Waggon lächelten einige Mitfahrer über diesen Umstand, war es doch mehr als offensichtlich, was soeben passiert war. So dachten diese wohl auch, Pumba würde an der nächsten Station nur aussteigen, um auf Mona und ihre Ankunft zu warten, doch wir mussten sowieso nach nur einer Station die Linie wechseln. Wieder einiges Lachen im Abteil.
Als Mona dann nach nur 1 Minute schon mit der nächsten Bahn ankam (Ja, wir hätten beide einfach warten können, auf der Anzeige stand schon bei Pumbas Sprung, dass nach 1 Minute die nächste Bahn kommen würde), befürchtete Pumba schon, sich einiges anhören zu müssen. Doch Mona nahm es mit Humor, da sie ja schließlich auch wusste, dass es nur für 1 Station sein würde. Sie meinte nur, dass Pumbas Achselzucken beim Losfahren sie auch nicht mehr in die Bahn bekommen hätte. Aber eben auch Pumba nicht mehr nach draußen.


Gemeinsam schafften wir aber dann den weiteren Weg bis zum Clarke Quay, der ganz hübsch in der Dunkelheit anzusehen war. Am Fountain Square war inmitten von Bars und Restaurants eine kleine Bühne wegen den Halloween-Feierlichkeiten aufgebaut, wo wir einige Songs einer Coverband lauschten, die das Publikum sehr zu beigeistern wusste.

Nach dem Konzert wurde noch das Finale eines VR Contests durchgeführt, wo die Spieler sich – ganz Halloween like – in einer Zombieapokalypse gegen ebendiese wehren mussten. Wir zogen aber weiter an einigen Bars mit Livemusik vorbei und entschieden uns lieber gemütlich mit dem ein oder anderen Kiosk-Dosenbier am Fluss zu sitzen. So war das Bier ausnahmsweise mal fast so billig, wie das Dosenbier in Georgetown, auch wenn wir uns erhofften, diesmal keinen solch großen Kater zu kassieren. Während wir so am Fluss saßen und unser Dosenbier nach und nach zuneige ging, hatten wir teilweise nur so den Deep Talk des Herrn. Wir unterhielten uns über unsere Studienzeit, den Fußball, unseren Wohnort nach der Reise, die Dauer der Reise, Beziehungsleben vs. Singleleben, den Alltag in einer gemeinsamen Wohnung, die Familie und bestimmt noch das ein oder andere weitere Thema. Ein Wunder eigentlich, dass wir so viele Themen in die eine Gesprächsrunde einbauen konnten.

Die Quittung dafür erhielten wir aber kurze Zeit später, als wir dachten es wäre Zeit zu gehen, sonst würde die Metro sicher nicht mehr fahren. Leider stellte sich heraus, dass dieser Zeitpunkt schon überschritten war – die Metro Station war verdunkelt und hinter Schloss und Riegel. Zu lange gebabbelt. Aber es hatte sich bei diesem Gesprächsstoff ja auch gelohnt.
So hofften wir, dass unsere 3-Tages-Tickets auch für den Bus gelten würden, obwohl dabeistand, dass Nachtbusse nicht inkludiert seien. An einer nahen Bushaltestelle verschafften wir uns einen Überblick über die Buslinien und fanden dann sogar einen, der in einigen Minuten erscheinen sollte und uns zumindest in Hostelnähe bringen konnte. Die Tickets funktionierten zwar nicht, der Busfahrer meinte aber, er würde ein Auge zudrücken und ließ uns kostenlos mitfahren. So erreichten wir dann doch noch recht zeitig das Hostel und hatten uns einen mehrere Kilometer langen Fußweg in der Nacht gespart. Das Gehirn erschöpft vom Deep Talk, der Körper matt vom Bier, schliefen wir zeitig tief und fest ein.

Tag 51: Organisationsfehler

Wir hatten mal wieder lange geschlafen. Dank Oropax und Augenmaske war dies auch im Dorm kein Problem, obwohl die ganze Nacht wieder eine Sinfonie des Schnarchens durch das Dorm klang. Aber wie waren es ja von unseren jährlichen Zeltlagern und Touren mit der DLRG gewöhnt.
An der Rezeption druckten wir unsere Bustickets für die Fahrt zurück nach Malaysia, nach Melaka aus. Danach machten wir uns für den restlichen Tag noch einmal auf den Weg zu den Gardens by the Bay und wollten dort in den Cloud Forest Dome gehen. Den Flower Dome hingegen wollten wir vor allem aus Zeitgründen auslassen.

Die Gardens by the Bay waren gefühlt leer an Menschen, hätten nicht einige Schulkassen so etwas wie eine Schnitzeljagd auf dem Gelände abgehalten. Nachdem wir an den Tagen zuvor in Chinatown und im arabischen Viertel Kampong Glod solche Schnitzeljagdklassen gesehen hatten, fragten wir uns nun, was die Schüler hier denn ansonsten in der Schule so treiben würden.
Der Eintritt in den Cloud Forest kostete uns 16 S$ pro Person [ca. 10 €]. Vor dem Dome war ein Klavier aufgestellt, das Pumba kurz zum Anspielen verleitete.psx_20181109_1230326890137236186005297.jpg Eine längere Session haben wir dann aber aus Zeitgründen erstmal verschoben, wussten wir schließlich nicht, wie viel Zeit wir im Dome verbringen würden.
Der Dome an sich war schon sehenswert, wenngleich man sagen würde, dass es reicht 1x dort gewesen zu sein und für den Zehner kein zweites Mal wieder hinein muss.

Insgesamt empfanden wir die Infotafeln und Videoclips im Untergeschoss als coolsten Teil des Cloud Forest. Hier ging es um Probleme, die durch Menschenhand in der Natur entstehen und entstanden sind und somit um eine umweltbewusste und nachhaltige Lebensweise mit unserer Umwelt und dem Leben auf der Erde sowie dem Klimaschutz. Die Darstellung all dessen war beeindruckend. Zudem wurde den Besuchern aufgezeigt, wie die Gardens by the Bay inklusive Cloud Forest, Flower Dome und Supertrees durch alternative Energieformen angetrieben werden und wie zudem durch das System Trinkwasser für Singapur erzeugt wird. Sehr zu empfehlen.


Die weiteren Etagen des Cloud Forest rund um den Wasserfall sowie Pflanzen und Gesteine der Erde waren wie erwähnt auch sehenswert, aber nicht so interessant, wie diese Informationen.


Nach dem Besuch des Cloud Forest aßen wir Satay Spieße im „Satay by the Bay“, einem nahen Hawker Center. Kaum saßen wir dort, fing es an zu regnen. Unser Timing war heute also scheinbar ganz gut.


Zurück im Hostel hatten wir noch über eine Stunde Zeit zu vertreiben, bevor wir zu dem Abfahrtsort unseres Busses nach Melaka aufbrechen mussten. So bloggten wir und lasen ein paar Sachen über Melaka. Außerdem ärgerten wir uns darüber, dass das Geld, dass wir Sammy B. aus Hannover geliehen hatten (siehe Georgetown / Penang °1 –> link einfügen), nach fast einer Woche noch immer nicht den Weg auf unser Konto gefunden hatte – Danke dafür. Dann hat man am anderern Ende der Welt Vertrauen in die Menschheit und hilft in einer Notlage aus und muss auch noch selbst aktiv werden, um sein Eigentum zurückzubekommen. Bis jetzt also vor allem: Danke für Nichts. Wir hofften auf eine zügige Beantwortung unserer Emails oder SMS und packten unser Zeug zum Gehen zusammen.
In der Metro wurde uns nun bewusst, dass wir etwas spät am Hostel losgegangen waren, war die Metro doch nicht wirklich so schnell, wie in der dazugehörigen App angezeigt. So wurden wir erst nervös, ob wir es rechtzeitig zur passenden Metro Station schaffen würden, an der unser Bus abfahren würde. Während der Fahrt checkte Pumba noch einmal das Gleis, an dem der Bus abfahren sollte. Leider fiel ihm hierbei auf, dass unsere Nervosität unbegründet war, denn selbst wenn die Metro uns zeitig an der Station herauslassen würde, wären es weitere 1,5 km zur Bushaltestelle. Dies war selbst bei einem zufällig vorbeifahrenden Taxi nicht mehr zu schaffen – ganz abgesehen davon, dass wir für das Taxi kein Bargeld mehr hatten. Wir überlegten kurz, mit der Metro bis zum Grenzübergang zu fahren, eventuell könnten wir dort den Bus abpassen und einsteigen, sofern der Busfahrer uns dies gewähren würde. Doch dieses Unterfangen scheiterte daran, dass diese Bahn nicht bis dorthin durchfuhr und die nächste Bahn wieder einige Minuten Zeit in Anspruch nehmen würde, die wir laut Google Maps nur hatten, sollte der Bus schon verspätet in Singapur starten. Leider hatten wir keine Kontaktdaten unseres Busunternehmens, sonst hätte der Bus vielleicht sogar auf uns gewartet oder wäre den Deal an der Grenzstation eingegangen. So waren wir aufgeschmissen. Uns war nun bewusst, dass wir unseren Bus nach Malaysia verpassen würden. Pumba war schlichtweg beim Vergleich der beiden Stationen eine Unaufmerksamkeit unterlaufen. Kleiner Fehler, große Auswirkung. In einem Einkaufszentrum nahe der Metro Station verschafften wir uns erst einmal WLAN. Mit diesem suchten wir nach weiteren Bussen und Busunternehmen, die heute noch Singapur nach Melaka verlassen sollten. 18 Uhr war nämlich schon vorbei, unser Bus wohl endgültig ohne uns abgefahren. Wir fanden immerhin ein weiteres Busunternehmen, welches an der Bushaltestelle unserer Wahl 2,5 Stunden später starten sollte, also um 20:45 Uhr. In der Zeit sollten wir die fehlenden 1,5 km doch wohl schaffen, also wurde dann eben dieser Bus gebucht, der uns weitere 25 € kostete. Das Geld des verpassten Busses war natürlich gleichzeitig futsch – ärgerlich. Sehr sogar, aber es kann eben auch nicht immer alles glatt laufen.
Bei McDonalds und Subway und allen Lokalen dieser Art war eine viel zu lange Schlange. So besänftigten wir unsere Gemüter eben nicht mit viel zu fettigem Essen, sondern mit ein paar Snacks, die wir in einem Snack Outlet für wirklich günstiges Geld erhaschen konnten. Mit ausreichend Snacks für 5 Busfahrten ausgestattet, aber immernoch leerem Magen nahmen wir schließlich einen lokalen Bus, der uns am Busterminal absetzte. Hier checkten wir schon mal frühzeitig bei unserem Busunternehmen ein, ließen uns die passenden Tickets ausdrucken und verbrachten die noch zu überbrückende Zeit mit dem längst überfälligem Abendessen. Pohpiah. Anders als in Georgetown, aber trotzdem lecker und für den Moment ausreichend. Der Frau aus dem Büro des Busunternehmens wünschten wir zum Abschluss noch insgeheim, dass sie einen neuen Job finden würde, der ihr mehr Spaß bereiten würde, so desinteressiert wie sie mit uns und den anderen Gästen umging, wenn diese eine Frage an sie richteten. Unser Ersatzbus hatte letztlich auch noch 15 Minuten Verspätung, sodass wir froh waren, als es endlich losgehen konnte. Der Grenzübergang zurück nach Malaysia verlief aber anders als unsere restliche zweite Tageshälfte einfach unproblematisch und zügig, sodass wir Singapur nach diesem unrühmlichen Ende später als erwartet, aber immerhin noch am geplanten Tag hinter uns lassen konnten und die Augen nach diesem ganzen Stress für eine Weile schließen konnten.

Nach der Ankunft am Busterminal „Melaka Sentral“ schafften wir es durch das WLAN im McDonalds im zweiten Versuch ein Grab zu organisieren und waren schließlich gegen 1:30 Uhr in der Nacht in unserem neuen Hostel, den SunB Residences in Melaka. Tim, unser neuer Host, war nur für uns so lange wach geblieben, hätte die eigentliche Ankunft doch schon gegen 22 Uhr erfolgen sollen. Zusammen mit seinen drei Katzen konnte er die Zeit aber scheinbar gut überbrücken. Er führte uns zu unserem Zimmer, wo wir uns zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages immerhin über eine funktionierende Klimaanlage freuen konnten, obwohl wir eigentlich nur mit Ventilator gebucht hatten. Ein Upgrade am Ende eines solchen Tages, das wir nur zu gerne annahmen. Wir waren also wieder in Malaysia.

M & P


2 Gedanken zu “singapur

  1. Hallo ihr Lieben!
    Vielen Dank für eure tollen Blogs. Ich finde sie total interessant und auch vor allem amüsant 🙂 . Ihr schreibt so echt! Ich „höre“ fast eure Dialoge in verschiedenen Beschreibungen 🙂 . Ich vermisse euch sehr und kann auf diesem Weg teilnehmen. Ich kann mir denken, dass diese Blogs zu schreiben sehr Zeitintensiv sind. nochmal danke, dass ihr es trotzdem schafft. Ihr erlebt soviele wunderschöne Dinge und Eindrücke. Eure Bilder sind herrlich. Klar gibts zwischendurch auch weniger schöne Dinge. Damit meine ich nicht Begegnungen mit lauten Menschen, oder schwierige Busreisen. Nein, ich meine die Satay-Spieße! Da liegt etwas mit Augen auf dem einen Teller !!! Das wäre mit zu heftig. Ansonsten liebe ich ja auch die asiatische Küche! Aber zuviel ist zuviel ! 🙂 Die Bilder vom Cloud Forest finde ich faszinierend! Da könnte ich wahrscheinlich auch Stunden und Stunden verbringen.
    Mona, du hast bei den Super Trees ein sehr schönes Kleid an! ❤
    Überhaupt seht ihr beiden gut und gesund aus! Freut mich sehr.
    Chris, hast du vielleicht doch noch irgendwo "Segensbänder" zu kaufen gefunden?

    So, ich wünsche euch weiter viel Spaß, nette Menschen, gutes Essen, angenehme Unterbringungen, und auch viele harmonische Deep Talks.

    Fühlt euch in Liebe umarmt und geküsst!

    ❤ ❤ ❤

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    1. Danke für deine ebenso zeitintensiven Worte 😉
      Die Köpfe wurden ja nicht mitgegessen, war schon lecker so 😋
      Ja, das Kleid ist fast das neuste Teil im Rucksack und gefällt uns auch sehr gut. Die Bänder haben wir noch nicht, aber wir halten die Augen offen 👀

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