meiktila

Tag 70: Achterbahnfahrt 2.0 – aber light

Nach dem Frühstück gab man uns an der Rezeption beim Check-Out noch den Tipp am naheliegenden „Point“ zu stoppen. Dort könnte uns gegebenenfalls mit Medizin weitergeholfen werden. Und tatsächlich: der „Point“ war zwar ein kleines Restaurant, direkt daneben sah es aber aus, als würde dort Medizin angeboten werden. Während Mona auf ihre Behandlung wartete – der Arzt, Apotheker oder was auch immer war noch nebenan im „Point“ am frühstücken – ging Pumba zum Geldautomaten, hatten wir nämlich nicht mehr viel Bargeld und wussten nicht, was der Besuch mitsamt erhofften Medikamenten hier kosten würde. Leider war der ATM außer Betrieb, sodass wir mit knapp 30.000 MMK [ca. 16,50 €] auskommen mussten. Als Pumba zurückkam, war Mona schon mitten in der Behandlung und konnte nur noch anmerken, wie knapp wir bei Kasse waren.

Der Mann beruhigte uns jedoch und meinte, dass wir mit all den jetzt verordneten Medikamenten und seiner Anamnese zusammen 10.000 MMK [ca. 5,50 €] zu zahlen hätten – Deal. Schließlich war Mona nun bestens mit Antibiotika, Halstabletten, Vitamin C Tabletten und Paracetamol versorgt. So hatten wir auf unverhoffter Weise einen guten Start in den Tag gehabt und unsere Stimmung wurde auch nicht dadurch vermiest, dass wir knapp eine Stunde auf den Bus warten mussten. In dieser Zeit trafen wir noch Pumbas Kollegen vom Vortag, der ihm die Adresse für eine Postkarte gegeben hatte. Er war wirklich durch den Wind und wollte Mona aufgrund ihrer Erkrankung zu einem „traditional medicine doctor“ bringen. Leider hatten wir hierfür heute keine Zeit und warteten weiter auf unseren Bus. Mona fragte sich schon, welch komische Gestalten Pumba immer treffen würde, sobald er alleine unterwegs sei. Gut, dass dies auf der Reise nur selten vorkommt.
Als der Bus dann endlich mit 45-minütiger Verspätung kam, sollte – so viel vorweg – die nächste lange Fahrt anstehen. Der Bus an sich war mehr als in die Jahre gekommen, was für die kommende Achterbahnfahrt zu hohen Erwartungen führte. 20181120_093311-26420221065543301145.jpgDa wir nun aber nicht hinten im 5er saßen, sondern recht weit vorne im Bus, konnten wir nicht so sehr über die Schlaglöcher fliegen, wie auf der Hinfahrt. Der Hebel war kürzer, die Fahrt somit zwar angenehmer, doch auch weniger sprunghaft. Als wir bei der Fährbrücke des Hinweges ankamen, durften wir nach einem kurzen Aussteigen wieder einsteigen und mit über die Brücke fahren, während die Locals alle zu Fuß über die Brücke marschierten und dann zur Weiterfahrt wieder einstiegen. Wir wissen nicht wirklich, warum die Anderen gehen mussten, das Gewicht auf der Brücke war ja das gleiche, wie wenn sie im Bus gewesen wären.20181120_120909-28990535356031968891.jpg Warum wir nicht zu Fuß los mussten, lag aber wohl daran, dass unser Busfahrer unsere fragenden Gesichter gesehen hatte und uns nicht in Englisch erklären konnte, was abgeht. Also hatte er uns einfach wieder in den Bus hinein gewunken – Dumme Touristen.20181120_103310-25805774364702926677.jpg
Beim Mittagessen verzichteten wir – es roch schon sehr streng und Mona hatte aufgrund ihrer Schluckbeschwerden sowieso keinen Appetit. So gab es nur eine Cola.
Die Fahrt zog sich ewig hin, wie ein Kaugummi, den man früher unter seinem Stuhl in der Schule fand und genau wusste, dass dieser schon seit Jahrzehnten dort klebte. Teilweise konnten wir unterwegs sogar an unserem Tagebuch hier schreiben, da es wirklich weit weniger ruckelig zuging, als in dem moderneren Bus der Hinfahrt, obwohl wir die gleiche Straße nahmen. Um 19 Uhr, also knapp 10 Stunden nach der Abfahrt hielten wir zum Abendessen. Die Fahrt sollte nach unserer Information nur noch 1-2 Stunden dauern, doch wir waren noch immer mitten in den Bergen.

Google Maps zeigte uns nun auch an, dass wir Meiktila wohl nicht vor 23:30 erreichen würden. Also gab es dann doch ein Abendessen. Reis all you can eat.
Als man uns dann aus dem Bus rief, da wir angekommen wären, standen wir nach 16 Stunden Fahrt irgendwo im Nirgendwo. Man verdeutlichte uns, dass der Bus nicht nach Meiktila hinein fahren, sondern von dieser Kreuzung hier weiter nach Mandalay fahren würde. Danke, dass wir die Info auch jetzt um 0:30 erhielten und nicht bereits beim Einsteigen oder gar beim Buchen der Karten bis nach Meiktila. Uns wurden aber immerhin 2 Motorradtaxis bestellt, mit denen wir für weitere 5.000 MMK [2,75 €] pro Person in 30 Minuten in die Stadt gebracht wurden. Tolle Situation: müde von 16 Stunden Fahrt über Schotterpisten und Schlaglöcher der Hölle, eitrige Mandelentzündung, 12 kg Backpacks und 5 kg Daypacks auf dem Rücken und dann mitten in der Nacht auf dem Motorrad sitzen. 20181121_011950-23507259076226183072.jpgAber wir hatten ja keine Wahl. Also wurden schnell noch einige Lagen Klamotten angelegt und wir hockten uns völlig verspannt auf das Motorrad. Die ersten Meter fühlten sich nicht so an, als würde man diese Haltung von der Hüfte her ohne Krampf bis zum Hotel durchhalten können. Es klappte aber irgendwie. Am Hotel angekommen halfen uns die beiden Fahrer noch das Personal durch Rufen, Klopfen und schließlich Telefonieren zu wecken, sodass wir dann gegen 1:00 Uhr in der Nacht endlich einchecken konnten. Wir fielen einfach nur noch ins Bett und schliefen.

Tag 71: Meiktila über Kalaw zum Inle

Als wir wach wurden, gab es ein flottes Frühstück, bevor wir an der Rezeption nach Optionen fragten, wie wir von hier am besten weiter zum Inle See fahren könnten. Da aufgrund Monas eitriger Mandelentzündung unser zweitägiger Wandertrek von Kalaw zum Inle See ausfallen musste, wollten wir einfach direkt zum See fahren. Als wir dann gegen 10:45 an der Rezeption waren, konnte die Managerin uns nach einem Telefonat schon eine Möglichkeit in einem Minivan in 15 Minuten anbieten.

Hierfür sollten weitere 24.000 MMK fällig werden [ca. 13,20 €]. Klang nach einer Top Option. Ganz schnell Taschen holen, Kaffee vom Frühstück zur Toilette bringen, noch etwas Mehr zur Toilette bringen und los ging’s. Für die Dusche war heute keine Zeit. Als die Herren des Minivans das Geld erfragten, staunten sie nicht schlecht, dass wir gar keines mehr hätten. Wir mussten also erst zu einem ATM gebracht werden. Als dies mit Hilfe der Übersetzung der eigens herbeibestellten Hotelmanagerin und einem ATM Foto von Google Maps klar war, war es auch nicht weiter tragisch. Wir drehten noch zahlreiche Runden durch Meiktila, um andere Fahrgäste und Postmaterial einzusammeln und ca. eine Stunde später ging es wirklich los.
20181121_111121-24629674835614942497.jpgDer Minivan wurde auch wieder – wie üblich – bis zum Maximum gefüllt: offiziell waren 12 Sitzplätze vorhanden, eine kurze Zeit aber sogar 17 Leute im Van und einer auf dem Dach. Dementsprechend konnte die Waage am Checkpoint ein stolzes Gewicht vorzeigen. Als eine Familie dann kurz hinter Kalaw ausstieg, ging es erst nicht weiter. Wir hatten erst nicht verstanden, worum es ging, bis wir erkannten, dass sie den Kofferraum dauernd ein- und ausräumten, um eine Tasche zu suchen. Eine Tasche? Vielleicht die von dem kleinen Jungen der Familie?

Die lag bei Pumbas Füßen, nicht im Kofferraum. Gerne fragten wir, ob diese Tasche gesucht wurde, was mit den funkelnden Augen des Jungen bestätigt werden konnte. Nachdem alle herzlich lachen mussten, konnte die Fahrt nun fortgesetzt werden. Am Inle See mussten wir wieder 20 Minuten vor dem eigentlichen Ziel umsteigen, da der Minivan in eine andere Richtung weiterfuhr. Hier war das Umsteigen aber wenigstens im Preis enthalten und wir mussten nicht plötzlich noch einmal nachzahlen.

Die Tickets für den Inle See zahlten wir nun auch schon an einem Checkpoint vor Nyaung Shwe, der „Hauptstadt“ des Inle Sees. Da wir hier am späten Nachmittag und nicht mitten in der Nacht ankamen, hatten wir hier keine Chance uns so durchzuschlagen. Mit 15.000 MMK [ca. 8,25 €] waren diese hier zwar nicht so billig wie in Mrauk U (5.000 MMK/ ca. 2,75€), aber doch ein gutes Stück preiswerter als in Bagan (25.000 MMK/ ca. 13,75 €).20181121_161420.jpg
Am Hotel angekommen, fiel uns erst einmal auf, dass unsere Handtücher stanken wie die Hölle. Richtig reingeässlt, reingejungt. Irgendwas. (T’schuldigung für die Wortwahl) Nachdem diese getauscht waren, war jedoch alles gut. Das Hotel und sein Host gefielen uns. Hier konnten wir auch einen Direktbus über Nacht nach Hpa-An buchen oder eine günstige Bootstour über den See. Was uns zudem von unserem Host nahegelegt wurde, war der Besuch des Ballonfestivals in Taunggyi, dem größten Ballonfestival in Myanmar. Für heute wäre es nun zu spät, dorthin zu fahren, doch morgen sei der letzte Tag und dann wäre es sowieso cooler. So hatte die ausgefallene Wanderung von Kalaw aus nebst ausgefallener neuen Bekanntschaften beim Wandern auch ihr Positives: wir konnten zum Ballonfest. Doch erst am nächsten Tag, jetzt stand für uns ein anderer Punkt auf der To-Do-List. Wir wollten unsere SD Karten abholen, die wir in Bagan vergessen hatten und die netterweise von dem spanischen Pärchen Gonzalo Juan und Victoria am Inle See in ihrer Hotelrezeption hinterlegt wurden.
Recht kühl war es hier in Nähe des Sees am Abend. Aber nice so. Auf dem Weg fand Mona eine Bar und konnte auf deren Schild im Vorbeigehen zwei wichtige Dinge lesen, die sie zugleich euphorisch ausrief: „Modern Food. HEINEKEN!“. Pumba fand diesen Moment sehr amüsant und während unserer Zeit am See wiederholte er bei jedem passieren des Schildes Monas Worte.
Die SD-Karten lagen wie abgemacht im Safe. Klasse. 20181121_222134.jpgDanke vielmals Gonzalo Juan und Victoria. Leider mussten wir uns per Whatsapp bedanken, da sie schon weitergereist waren. Auf dem Rückweg gab es dann Abendessen im „One Owl Grill“. Wir gingen rein, weil wir Tomatensuppe und Wraps wollten, was sie beides nicht hatten. So gab es eben viele verschiedene Satay-Spieße als Mix. Und Pumba genoss sein erstes Radler außerhalb Europas. Wirklich gut. Mona verzichtete vorbildlich aufgrund ihres Antibiotikums auf Alkohol. Also bestellte Pumba noch ein zweites Radler, damit es aufging – und trank es selbst.


Im Hostel bloggten wir dann noch etwas und sortierten Bilder unserer verloren geglaubten SD-Karten. Währenddessen beschäftigten wir uns auch erstmals grob mit Laos, dem nächsten Ziel unserer Reise. Dort würden wir doch die üblichen 30 Tage Visa bekommen und nicht wie zuletzt gedacht nur 15 Tage. Als wir gerade schlafen wollten, entstand noch einmal gut Radau im Flur. Als wäre das nicht schon genug, kam plötzlich auch noch jemand in unser Zimmer, der sich im Raum vertan hatte. Wie das funktionieren konnte, konnten wir bei der Raumaufteilung im Hotel hier zwar nicht verstehen, aber sei’s drum. Wir sperrten die Tür zu und schliefen. Oropax sei Dank.

Wir waren also nach 2 Transfertagen jetzt am Inle See. Hier hatten wir nicht nur die SD-Karten zurück gefunden, sondern auch die Touristen. Die Stadt war recht voll mit Ihnen. Was die Abkühlung in der Seeregion uns bescherte, erfahrt ihr mal wieder im nächsten Blog, bevor ihr über die Länge dieses Blogs noch einschlaft. Also bleibt dran.

Bis dann,
M & P


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