cameron highlands – abkühlung, natur + grippe

Tag 38: Kurvig geht’s in die Highlands

Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem coolen Appartement in Kuala Lumpur und machten uns zeitig auf den Weg zu unserem Busterminal. Wir hatten eine Buslinie gefunden, die für nahezu den halben Preis die Strecke von Kuala Lumpur nach Tanah Rata in den Cameron Highlands anbot und zudem noch von einem Busterminal ganz in unserer Nähe abfuhr. So mussten wir nur ca. 15 Minuten zu Fuß gehen, statt noch durch die ganze Stadt mit Bus oder Bahn zu tingeln. Wir hatten zwar keine Tickets auf Papier ausgedruckt – wie uns in der App eigentlich angesagt wurde – doch das war kein Problem. Den Druck übernahm eine Mitarbeiterin an dem passenden Schalter am Busterminal. Zum Glück, sonst hätten wir dort ganz schön doof gestanden. Problematischer war dann die Ansage, dass unser Bus trotz 4,5 Stunden geplanter Fahrzeit keine Toilettenpausen einlegen sollte. Ob Pumba das mit seiner Sextanerblase schaffen würde, war fraglich und somit wurde jedwedes Wassertrinken erst einmal eingestellt.
Wir fuhren pünktlich los und schnell waren die ersten Kilometer in der Tasche. Als wir das Umland KL’s verließen und auf die Autobahn auffuhren, waren wir auch schnell in einer hügeligen Landschaft angekommen, bei der die Straßen wieder immer schmaler wurden. Unsere Buslinie war nicht die touristischste, viele Locals fuhren mit ihr. Daher kam es zu 2 oder 3 Stopps unterwegs, wo Locals aus- und einstiegen. Ein paar Mitreisende hofften, hierbei zur Toilette gehen zu können, doch der Busfahrer legte stets ein Veto ein: „Not here.“. Irgendwann drückten aber dann wohl selbst dem Busfahrer zu viele Blasen, sodass er den Mitfahrern 5 Minuten gönnte, eine Toilette aufzusuchen. Auch wir nutzten diese Chance, obwohl es übberraschenderweise noch ging. Die Gefahr, dass der Busfahrer nicht auf uns warten würde, war uns jedoch zu groß, sodass wir abwechselnd gingen und der jeweils andere den Bus in der Zeit blockieren sollte.
Alles ging gut und so fuhren wir immer weiter in bergiges Terrain hinein. Der Busfahrer machte nicht den Eindruck, als würde er gemerkt haben, dass wir längst die Autobahn mit ihren langen Geraden verlassen hatten. Er prügelte den Bus durch zahlreiche Kurven, sodass Mona irgendwann fragte, ob Busse eigentlich auch einfach umkippen könnten. „Ja, können sie. Vielleicht wird der hier das auch gleich tun.“, so Pumbas Antwort. Angst in Monas Augen. Aktivitäten wie Bloggen oder Netflixen mussten ebenfalls eingestellt werden, da uns aufgrund der Fahrweise mittlerweile übel war. Die Straßen in Malaysia waren wirklich in einem Top-Zustand, nur der Busfahrer versuchte diesen Zustand etwas zu stark auszunutzen.
Als wir in Tanah Rata angekommen waren, empfing uns ein angenehmes Klima. War uns in KL zu warm und im Bus dank der Klimaanlage viel zu kalt, war es hier optimal. Ein Blick aufs Handy zeigte angenehme 21°C. Schön.
Wir hatten schnell unser Hostel, das Hikers Sleep Port, gefunden. Marina, unser Host, hatte uns nämlich eine Email geschickt, die eine Wegbeschreibung enthielt. Dies war auch gut, hätten wir mit Google Maps zwar schnell das Gebäude gefunden, nicht jedoch den Eingang, der auf der Rückseite lag. Vorne gab es an entsprechender Stelle nur einen kleinen Einkaufsladen. Einige Zeit nach uns kamen auch noch Reisende herein, die ihre Emails nicht gecheckt hatten und demnach etwas verwirrt vor einem Lebensmittelgeschäft gestanden hatten.
Das Haus beinhaltet neben dem Hostel (1. OG) noch die Wohnung von Marina und ihrer Familie (2. OG).

 

 

Das Hostel hat 3 Dorms für die Gäste: Männer, Frauen, Gemischt. Wir durften natürlich das Doppelbett im gemischten Dorm haben, selbst wenn auf einem Zettel an der Wand stand, dass nur Familien in dem gemischten Dorm schlafen dürften. Wir hatten das Zimmer für uns alleine. Nach dem Check-In trieb es uns erst direkt wieder nach draußen, da wir noch nichts gegessen hatten. Ein Inder, an dem wir auf dem Weg zum Hostel vorbeigelaufen waren, sollte das Ziel der Wahl sein. Hier war es durchaus sehr lecker für einen guten Preis.
Zurück im Hostel lernten wir ein paar Reisende kennen. Josh aus Kanada sowie Cole und Phoebe aus Großbritannien. Statt des geplanten Powernaps wurde die Zeit also erst einmal mit netten Gesprächen verbracht. Wir planten, später gemeinsam Abendessen zu gehen. Mit Josh, einem 18 jährigen Fotografen, verabredeten wir uns auch zugleich, am nächsten Tag gemeinsam einen Trail zu wandern. Als wir uns dann doch noch einmal auf unser Zimmer zurückzogen, legte Mona einen der von ihr geliebten Powernaps ein, während Pumba ein bisschen bloggte und im Reiseführer schmökerte. Die anderen dachten wohl, wir wären nicht mehr da und gingen dann doch ohne uns essen. Kein Problem für uns, konnten wir doch so die 5 Inder begrüßen, die plötzlich in unser Zimmer zogen. Also doch kein Dorm für uns beide. Sie studierten und arbeiteten seit Jahren in Singapur und wollten zusammen eine Wochenend-Feiertour machen. Warum es jemanden dazu von Singapur in die Highlands verschlägt, blieb uns aber unklar, lagen doch Ziele wie KL, wo man eher feiern konnte, auf halber Strecke. Nach den Indern kam Ayna, die 7-jährige Tochter von Marina, zu uns ins Zimmer.

 

 

Sie hatten wir bereits zuvor im Plausch mit Josh kennengelernt. Sie rechnete uns vor, wie viele Personen nun im Hostel wären, tobte mit uns herum und fragte uns nach allerlei Dingen aus. Schon am Nachmittag hatten wir bemerkt, dass sie eine kleine Entertainerin ist, die keine Berührungsängste mit den Touris, die hier ein- und ausgehen, hat.
Wir gingen dann aber schließlich auch zum Abendessen, es gab Burger und Salat.20181019_212510-25213325813897553585.jpg Lange wollten wir nicht unterwegs sein, hatte uns die Klimaanlage im Bus doch den Rest gegeben. Nachdem wir gestern schon so lange im VCR Café im Zug der Klimaanlage gesessen hatten, waren wir nun wirklich beide stark erkältet. Die Nase lief, die Nebenhöhlen drückten, die Kiefer bersteten. Mona fühlte sich elendig, Pumba fühlte sich elendiger. Männergrippe ist doch immer noch einmal eine Stufe stärker. Wir quatschten noch etwas mit Josh über die morgige gemeinsame Tour und legten uns dann in der Hoffnung hin, noch etwas Schlaf zu bekommen, bevor die Inder zurückkehren würden. Diese kamen gegen 2 Uhr in der Nacht zurück, bemühten sich jedoch wirklich sehr, leise zu sein. Wach wurde Pumba trotzdem, wie gefühlt noch 15 weitere Male, wusste er doch nicht wie er mit seinem dicken Kopf liegen sollte.

Tag 39: Unser neuer Freund Buddy

Am Morgen kamen wir trotz Erkältung erstmal ganz gut aus dem Bett. Wir fühlten uns zwar wirklich unfit, doch die Aussicht auf ein Frühstück und ein paar Stunden in der Natur weckten Hoffnung auf Besserung. Das Frühstück hier bei Marina war super, wir wussten jedoch nicht genau, ob die Roti Canai oder die Frühlingsrollen für die Anzahl der Gäste abgezählt waren, oder ob man noch Nachschlag haben könnte. Pumba war es dann auch egal, ob es zu frech wäre, sich den Teller noch einmal zu laden. Er tat es einfach und genoss die zweite Runde.
Lustigerweise kamen die 5 Inder dann geschlossen aus ihrem Zimmer und wollten auschecken, obwohl sie noch für eine weitere Nacht gebucht hatten. Sie hatten wohl gemerkt, dass Tanah Rata eher keine Partyhochburg war und planten, den zweiten Abend ihres Wochenendes dann doch lieber in KL, um sich dort zu begießen. Jetzt hatten wir also wohl wirklich ein ganzes Dorm für uns alleine, sollten die Betten nicht im Laufe des Tages noch einmal vermietet werden.
Gegen 9 Uhr starteten wir mit Josh auf unsere Tour, nachdem wir uns von Marinas Ehemann beraten ließen, welchen Trail er bei dem heutigen Wetter und unserer Erkältungslage empfehlen würde. Schnell lud sich auch Pumba noch die App Maps.me auf sein Handy. Mona hatte diese schon seit einigen Wochen. Im Prinzip funktionierte diese wie Google Maps, nur war sie fußgängerfreundlicher, hatte sie doch zahlreiche Wanderwege und Dschungelpfade in ihrem Kartenmaterial inbegriffen. Kaum waren wir vor dem Gebäude an der Hauptstraße Tanah Ratas angekommen, empfing uns ein jaulender Hund und sprang vor uns her. 20181020_090346-26654418286570462659.jpgPumba jaulte einige Male zurück, sodass sich ein komischer Singsang der beiden ergab. Der Hund war von dem Wechselgesang aber scheinbar angetan, lief er doch mit uns die ganze Straße entlang, durch einen Park und ein Wohngebiet, bis zum Waldrand, an dem unser Trail startete. Wir waren froh, als wir den Waldrand erreichten, drückte die Sonne doch schon am Morgen ganz schön stark auf unser langes Wanderoutfit. Beim Eintritt in den Wald, jagte der Hund einer Katze hinterher, sprang dabei eine meterhofe Mauer mitsamt Abhang hinab und wir dachten schon, das wäre das Ende unseres gemeinsamen Weges gewesen. Nach einigen Metern auf dem Trail hatte uns Buddy jedoch wieder eingeholt und lief wieder vor uns her. Wir hatten somit einen kostenlosen local Guide für unsere Tour. Den Hund nannten wir einfach Buddy. Das erinnerte uns an zu Hause und es ergab sich einfach so im Gespräch. Auch Josh fand den Namen gut, nachdem er ihn erst nur „Dog“ genannt hatte.

 

 


Aus dem Wald wurde schnell eher ein Dschungel. Aus einem Wanderweg wurde eher ein kleiner Pfad. Dieser schlängelte sich durch das Geäst, über Wurzeln und umgestürzte Bäume, um Wasserlöcher und Felsen herum.

 

 

Es ging zwar stetig bergauf, doch die Sonne fand hier schon lange nicht mehr hin, weshalb hier ein optimales Wanderklima für uns herrschte. Als wir eine kleine Wasserpause einlegten, bekam natürlich auch Buddy von uns etwas zu trinken, indem wir größere Blätter abbrachen und Wasser in diese einfüllten.

 

 

An einer Kreuzung verschiedener Trails fanden wir eine größere Wandergruppe. Wir erkundigten uns nach der richtigen Abzweigung für unseren Trail und als wir weitergingen kam auch Buddy wieder mit uns mit. Er wollte also nicht einfach bei Menschen sein, er wollte bei uns sein. Aus einem zufälligen Treffen mit komisch klingenden Gejaule wurde in kurzer Zeit also ein Rudel, zu dem er gehören wollte.
Nach einem Rundweg von ca. 10 km, wo wir am Ende auch noch einen kleinen Wasserfall gesehen hatten, waren wir wieder zurück in der Stadt.

 

 

Er begleitete uns sogar bis zu einem Food Court, wo wir etwas zu essen finden wollten. Buddy durfte jedoch nicht mit rein kommen. So sahen wir ihn von unserem Buffet aus, wie er auf der Straße vor dem Food Court auf uns wartete. Unser Mittagessen war im Preis unschlagbar, konnten wir uns doch unsere Teller so voll laden, wie wir es wollten und bezahlten gemeinsam nur 11 MYR [ca. 2,20 €]. Leider stand bei den Platten nicht dabei, was was war, sodass man Manches zwar erkannte, Anderes aber erraten musste oder lieber wegließ. Pumba lud sich auch eine Ecke Pilze in Soße auf seinen Teller. Zumindest dachte er, es würde sich um Pilze handeln, bis er hineinbiss und feststellte, dass es Innereien waren. Nach dem ersten Bissen sahen auf einmal auch die anderen Pilze der Tellerecke aus wie Leber statt wie Champignons, sodass er das ausnahmsweise nicht wollte und sich mit dem Rest begnügte. Sein panierter Fisch entpuppte sich als Paneer statt als Fisch, was aber nicht weiter tragisch war, aber das Roulettespiel verdeutlichte. Mona hingegen hatte die Angestellte mehrmals gefragt, ob sich wirklich etwas Vegetarisches oder etwas mit Hühnchen in den Chafings (laut Google schreibt man das tatsächlich so) befand, sodass es keine Überraschung in ihrem Essen geben sollte. Die Innereien packte Pumba am Ende in eine Tüte und wollte sie Buddy mit nach draußen nehmen. Dem hatte unsere Essenspause aber scheinbar doch zu lange gedauert und er war nicht mehr aufzufinden.
Im Hostel stand dann neben duschen und Körperhygiene nur noch chillen auf dem Tagesplan. Das Chillen sollte helfen, die Erkältung zu besiegen. Unterwegs ging es uns einigermaßen besser, nach der Tour waren Kopf- und Gliederschmerzen aber schnell zurück und wir waren doppelt platt vom Wandern. So gönnten wir uns beide einen ausgedehnten Nachmittagsschlaf, der aber auch letztlich nicht viel nützte. Den ganzen Tag liegen zu bleiben, hatte ja aber auch keinen Sinn, also zogen wir mit unserer Schmutzwäsche los, um Wäsche zu machen. Während diese ihre Runden durch die Trommel drehte, verbrachten wir die Wartezeit in einer Apotheke und gönnten uns local Stuff für Grippesymptome und ein neues Anti-Moskito-Spray. Nach dem Wechsel vom Waschen zum Trocknen nutzten wir die erneute Wartezeit für einen kleinen Bummel durch einen Baumarkt, wo wir eine neue Wasserflasche und einen großen Satz Batterien ergatterten.

 

 

Mit der sauberen Wäsche im Gepäck, kehrten wir auf dem Weg zum Hostel in einer Suppenküche ein, heißt es doch immer, dass eine warme Hühnersuppe mit Nudeln der Genesung hilft (ja, warmes Bier auch, aber so etwas bringen wir nicht über unser Herz). Schärfe soll auch gut sein bei Erkältung? Na gut. Mit diesem Gedanken gönnten wir uns eine thailändische Tom Yam Suppe mit Hähnchen. 20181020_194244-27263941272584029066.jpgFür Mona war es trotz der Anmerkung nicht zu scharf zu würzen doch zu scharf, sodass sie ihre Suppe mit einer anderen Brühe netterweise gestreckt bekam. Auch wenn wir beide durch die Suppe viel schwitzten, hatten wir nicht das Gefühl, unsere Erkältung auszuschwitzen, sodass wir uns im Hostel noch den ein oder anderen Ingwer-Zitrone-Tee frisch zusammenschnippelten. Hierbei verabredeten wir uns für den nächsten Trail mit Josh. Pumba fühlte sich mittlerweile auch schon um einiges besser, Mona hingegen fühlte sich so elendig wie am Tag zuvor. Also ab ins Bett.

Tag 40:

Die Nacht war für Pumba mal wieder weniger schön. Zwar hatten die Kopf- und Gliederschmerzen nachgelassen, doch musste er in 7 Stunden Schlaf 5x den Weg zum WC antreten. Der Ingwer-Zitrone-Tee hatte wohl eine starke Wirkung auf ihn und seine Blase hinterlassen, anstatt auf die Erkältung. Glücklicherweise wurde Mona davon jedoch nicht wach und sonst war niemand im Zimmer, den es hätte stören können.
Vor dem Frühstück buchten wir noch schnell unseren Flug nach Myanmar. Am 4.11. stand dieser nun auf der Agenda. So konnten wir noch ein paar Tage in Malaysia strecken, was wir umgehend dazu nutzten, unsere 4 Nächte bei Marina nach 2 Nächten bereits um eine weitere zu verlängern. Das hätten wir aber wohl so oder so getan, gefiel es uns doch hier so gut in der kleinen Stadt, der ruhigen Natur und der herzlichen Familie.
Phoebe schloss sich uns und Josh für unseren gemeinsamen Trail heute an. Der erste Teil unseres Trails war nicht ganz so schön wie der Dschungeltrail gestern, führte er uns doch etwas zu viel über die Straße und bebautes Gebiet. Da jedoch auch dieser Weg ständig nach oben führte, hatte man zügig nette Aussichten neben den Gesprächen mit unseren Mitwanderern.

 

 

Josh berichtete von einer Kanadierin und einem Engländer, die vor ein paar Tagen in Thailand festgenommen wurden, weil sie des Nachts – sturzbesoffen – eine antike und zu schützende Wand mit Farben beschmiert hatten und dabei auf Video festgehalten wurden. Nun drohen beiden jungen Reisenden mehrjährige Gefängnisstrafen (10 Jahre) in einem thailändischen Gefängnis. Autsch. Da können wir uns schöneres mit unseren 20er Jahren vorstellen.
Joshs Plan ist es, mit dem Fotografieren Geld zu verdienen. So will er ein Buch von seiner Reise schreiben und ein Fotobuch erstellen, sobald er wieder in Kanada ist. Wenn dies nicht funktioniert, ist er nach der Reise aber auch erst 19 Jahre alt und hat immernoch alle Türen offen. Diese Sponaneität, die er auch in seinem bisherigen Reiseverlauf hat, gefällt uns sehr. So hatte er doch eigentlich geplant, Europa zu bereisen. Nach ein paar Tagen und Wochen in Norwegen und Schweden empfand er den Kulturschock als Kanadier in Europa jedoch nicht ausreichend groß, um seine Komfortzone zu verlassen, weshalb er sich spontan in den nächsten Flieger nach Asien setzte und schon war er in Singapur. Aus Europa wurde in weniger als 1 Tag Vorlaufzeit Asien. Sein Backpack hingegen ist noch immer eher für den europäischen Winter ausgestattet, hat er doch nur 1 kurze Hose und 3 T-Shirts dabei, den Backpack ansonsten voller warmer Winterkleidung. So war der Aufenthalt in den „kühlen“ Highlands (21°C) für ihn auch eher geeignet, als der Rest dieses Subkontinents – aber er wird sich schon durchschlagen.
Als wir schon etwas länger die asphaltierte Straße verlassen hatten, gelangten wir auf einen Matschweg. Diesem folgten wir eine Zeit lang und Pumba fragte sich, wer zum Teufel denn hier mit einem Gefährt durchzufahren versucht, da es immer wieder Reifenspuren gab. Einige Kurven weiter sollte sich diese Frage beantwortet haben. Hier stand tatsächlich ein Auto im Hang des Matschweges und kam trotz der angestrengten Versuche von 7 Locals nicht vor und nicht zurück.

 

 

Es hing fest und die Räder drehten sich willkürlich auf der Stelle. Die Jungs hatten kein Seil zum Sichern, keine Bohlen zum Unterlegen und auch sonst keine flotten Ideen, wie sie die Situation lösen könnten. Wir passierten die Stelle und hörten in der Folge immer mal wieder das Aufheulen des Motors, doch wurden wir nicht mehr vom Auto eingeholt. Wir denken, dass die Jungs noch immer dort im Hang hängen. Selbst wenn sie diese Stelle irgendwann geschafft hätten, zog sich der Matschweg noch kilometerweit weiter und war an einigen Stellen durchaus noch steiler. So hätten wir das Auto ganz klar aufgegeben und empfohlen, ein neues Auto zu kaufen.20181021_102922-2660953430563624293.jpg
Wir erreichten einen ganz schönen Viewpoint, an dem wir noch ein paar Fotos schossen, bevor wir den Dschungelpfad zurück in die Stadt einschlugen.

 

 

Insgesamt waren wir heute ca. 12 km unterwegs gewesen.

 

 

Nach der Rückkehr chillten wieder in der Unterkunft. Zu Mittag gab es heute Haferflocken, Obst und Toasts im Hostel, nachdem wir nur kurz raus waren, um Möhren, Gurken, Äpfel und Bananen zu besorgen.
Vor dieser Besorgung fiel uns auf, dass Monas Schuhe einer Schuhdiebin zum Opfer gefallen waren. Es standen zwar auch jetzt noch weiße Chucks da, die jedoch von außen schon sehr vergilbt waren und von innen viel breiter ausgelaufen waren, als es mit Monas kleinen Stumpen möglich gewesen wäre. Für Mona ergab sich somit eine Mission à la Sherlock. Wer hatte ihre Schuhe?
Ayna (7 Jahre) und ihr kleiner Bruder Adam (3 Jahre) – den wir fälschlicherweise am ersten Tag für ein Mädchen gehalten hatten – wollten gerne von unserem geschnippelten Obst und Gemüse stibitzen, obwohl Marina und ihr Mann auch gerade am Kochen waren. Marina untersagte den beiden zwar erst, etwas bei uns zu nehmen, doch wir hatten genug und teilten gerne. So saßen wir beide dann mit den beiden Kindern zusammen und snackten. Wir befürchteten, dass die Kleinen sattgesnackt waren, bevor Marina und ihr Mann das Essen fertig hatten, denn Adam kam noch 3x zurückgelaufen, um sich noch mehr Banane und Apfel zu schnappen, als ihr Essen lange bereitstand.

 

 


Schließlich kam die Schuhdiebin mit ihrer Mädelsbande zurück und wurde von Sheriff Mona zur Rede gestellt. Sie war trotz Monas ständigen deeskalierenden Worten à la „No worries.“ und „It could have happened to me, too.“ nicht unbedingt einsichtig und beharrte darauf, dass die weißeren Schuhe die Ihren wären. Ihre beiden Freundinnen stießen schließlich hinzu und machten ihr klar, dass sie die letzten Tage schon dauernd die vergilbten Schuhe hatte, diese also ihr gehörten und die weißen Mona. Sheriff Mona hatte den Kampf gewonnen. Ob sie den Krieg jedoch auch gewinnen würde, sollte die Zeit zeigen, schließlich reisten die Mädels samt Schuhdiebin vor uns ab und könnten die Schuhe dann wieder „verwechseln“.
Wir chillten noch einige Zeit in unserem Dorm, welches sich inzwischen wieder gefüllt hatte. Neben der niederländischen Schuhdiebbande (3 Frauen) lagen nun noch eine Belgierin und ein Belgier bei uns im Zimmer. Auch das Frauendorm war mittlerweile bis auf das letzte Bett gefüllt. Nur Josh war völlig alleine im Männerdorm. Der Kopfschmerz nagte noch weiter an uns, hatten wir doch gerade das Gefühl ihm erliegen zu müssen. Selbst Pumba, dem es am gestrigen Abend schon um Einiges besser ging, hatte einen Rückschlag, der ihn sogar noch mal weiter als Mona zurückwarf. Auch ein Spaziergang half nicht wirklich viel.

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Am Abend wollten wir noch ein bisschen Orga betreiben und unsere Myanmar-Visaanträge ausfüllen und abschicken, wobei uns auffiel, dass wir zwar jeweils ca. 15 Passbilder dabei hatten, jedoch nirgendwo einen sauberen Scan eines Passbildes online oder auf unseren Geräten parat hatten. Mission Visa war also erst einmal wieder gescheitert. Immerhin war die Schuhmission gelungen – zumindest vorerst.

Wie es uns in der zweiten Hälfte unseres Highland-Aufenthaltes erging, erfahrt ihr zeitig in einem weiteren Blogbeitrag. Leider waren wir mal wieder viel zu ausführlich, um alles in einem Text unterzubekommen. Die Notiz-App machte nach 30.000 Zeichen schlapp, sodass wir den Text lieber splitteten (Achtung: Spoileralarm auf dem Foto).

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Sorry dafür und bis dahin

M & P


Ein Gedanke zu “cameron highlands – abkühlung, natur + grippe

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