coron – busuanga island

Tag 172: weit Abseits von den Touri- und Partymassen

Nach einem kurzen aber schönen Flug im Sonnenaufgang landeten wir sicher, wenngleich wegen der kleinen Maschine auch recht ruckelig, auf Busuanga Island. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug empfanden wir es als überraschend kühl, doch der Zwiebellook, den wir ja aufgrund der Gepäckbestimmungen angelegt hatten, musste jetzt trotzdem weichen.

Mit einem Shuttlebus fuhren wir nach Coron Town, doch nur um dort am Busbahnhof umzusteigen und Richtung Westen zum Busuanga Backpackers nahe Conception zu fahren. Die Unterkunft war wirklich abgelegen und schön an einem kleinen Hügel einer Bucht gelegen. Luke und Danica, die die Unterkunft betrieben, begrüßten uns sogleich herzlich – genauso wie ihre Hunde. Neben einem Buddy hatten sie noch WiFi (bester Hundename ever) und Chops, sowie deren aller Mutter Molly.

Nach unserer durchzechten Nacht sehnten wir uns nach den Hängematten, die wir auf den Bildern bei booking.com gesehen hatten. Leider zeigten sie jedoch einen Strand und nicht die direkte Umgebung des Busuanga Backpackers. Schade, dies wäre bei unserer Müdigkeit goldwert gewesen. Die hätten wir jetzt echt gebraucht. Wir zeigten Drohnie noch die schöne Bucht von oben.

Bei der Landung stürzte Drohnie kurz ab, weil Pumba einen Stein, der als Landeplatz dienen sollte, nicht richtig traf und sie einen kleinen Absatz herunterfiel. 15538930351955678569976751227020707.jpgDann konnten jetzt auch mal die Ersatzpropeller montiert werden, die wir extra seit Monaten dabei hatten.
Einen kleinen Salat-Snack gab es für uns von der lieben Danika, bevor wir runter ans Wasser gingen. Wir legten uns noch ein wenig auf den steinigen Boden an der Bucht und chillten dort bei unseren neuen Neuseeland Roadtrip Playlists und spielten eine Weile.

Nach der Dusche gab es dann ein Abendessen in bester Gesellschaft. Wir gönnten uns Thunfisch Nudeln und eine Krabbe, während wir uns mit den anderen Deutschen namens Christoph, Andrea und Jan sowie Danica unterhielten.

Christoph und Andrea kamen aus Berlin und waren hauptsächlich zum Tauchen für drei Wochen auf den Philippinen. Jan wohnt in Köln und brachte die volle Dröhnung rheinländische Mentalität mit: direkt, offen und ehrlich (ab und an waren seine Aussagen auch etwas unüberlegt). Aber dennoch eine tolle gemischte Runde. Die Gespräche drehten sich unteranderem um Kakerlaken, die laut Mona sogar den Atomkrieg gewonnen haben. Lustiger wurde es nur noch, als die Taucher anfingen, vom „Wrackporn“ zu sprechen, der vor der Küste von Busuanga täglich ablaufen würde. Von den Löchern, in die man dort tief eintauchen könnte, von ach lassen wir das. Übrigens war hier in der Nähe im Wald wohl ein Japaner noch 20 Jahre nach dem Krieg, weil er nicht daran glaubte, dass der Krieg vorüber war und dies für Lügen hielt, ihn aus seinem Versteck zu locken. Nach 20 Jahren wurde sein Kommandant dann eingeflogen, der ihm für seinen Einsatz dankte und ihn für beendet erklärte. Dann konnte er erst loslassen und mit nach Hause reisen. Unglaublich, wie sehr man sich seinem Land und seiner Aufgabe verpflichtet fühlen kann.
Danica schlug Christoph vor, am morgigen Tag doch einfach im Fluss Wäsche zu waschen, wenn wir frische Wäsche bräuchten. Die Ladys des Dorfes würden das am Wochenende auch so machen, dabei den neusten Klatsch austauschen und sogar picknicken, daher wäre sicher etwas los. Da wir auch dringend Wäsche machen mussten, hatten wir uns dies schnell für den Nachmittag eingeplant. Vorher wollten wir aber zum Ocam Ocam Beach. Netterweise durften wir den Roller von Christoph und Andrea dafür ausleihen. Die beiden hatten einen Tauchtrip für den folgenden Tag geplant und somit würde der Roller verfügbar sein.


Zum Abschluss des Tages konnten wir Buddy noch beobachten, wie er von einer Kanadierin die Schuhe klaute und spielend davonlief. Danica und Luke hatten die Situation aber zügig genug unter Kontrolle, sodass der Schuh noch einmal heile blieb.

Tag 173: Das Ocam Ocam Paradies

15538930375662123471525120037047157.jpgMit dem kostenlos zur Verfügung gestellten Roller von Christoph und Andrea ging es nach dem Frühstück in Richtung Strand. ‚Lukes 15538930391116486191861071928055086.jpgawesome Eggs‘ waren sehr lecker. Die Anfahrt zum Ocam Ocam Beach war zwar etwas lang, schließlich brauchten wir selbst vom Busuanga Backpackers noch fast eine Stunde, doch dafür war mal wieder sehr wenig los am Strand und wir hatten so viel Platz, das Paradies fast alleine zu genießen. Das Schnorcheln funktionierte zwar mit dem vor Ort geliehenen Material nur so semi gut, weshalb wir es dann ganz ließen und uns auf das Gammeln am Strand konzentrierten. Natürlich mit einer frischen Kokosnuss.


Wir hatten mal wieder einen unglaublich schönen Strandtag. Wir konnten das Ocam Ocam Paradies sehr genießen, dem Meeresrauschen lauschen und die Sonne auf unsere Haut scheinen lassen.


Weil es schon wieder später wurde, als wir geplant hatten, mussten wir uns zwischen einer organischen Farm und dem Wäschemachen entscheiden. Da Pumba wirklich auf der letzten Rille unterwegs war, ging es also zum Waschen. Die Anderen waren von ihren Tauchgängen noch nicht zurück, doch wenn wir warten würden, würde es dunkel werden. Also zogen wir mit einem Eimer los, um das Waschen alleine hinter uns zu bringen. Nur Buddy begleitete uns voller Freude. Seine Freude war aber nicht von langer Dauer, da die Hunde in der Nähe des Waschplatzes ihm schnell zu verstehen gaben, wer hier das Sagen hatte. Buddy, der gefühlte Chef im Busuanga Backpackers, war plötzlich ganz klein und versteckte sich hinter unseren schützenden Beinen. Am Fluss hatte er dann aber wieder genauso viel Spaß wie wir beim Wäsche machen.

Pumba kümmerte sich um die Vorwäsche, dann erledigte Mona das Waschen im Eimer, bevor Pumba wieder zum Auswringen antrat. So hatten wir unsere eigene kleine Waschstraße aufgebaut, gekrönt mit einem Fisch-Spa bestehend aus kleinen Fischen, die uns an Füßen und Beinen gratis anknabberten. Die Locals, die auf Rollern und Tricycles vorbeifuhren, konnten nicht glauben, was sie unten am Fluss sahen. Ihre Hälse wurden länger und länger – genau wie ihre Stielaugen –, hatten sie doch scheinbar noch nie Touris beim Wäsche machen im Fluss gesehen. Wir waren heute das Highlight des Dorfes. Insgesamt dauerte das Waschen trotz unserer effizienten Waschstraße jedoch länger, als wir es erwartet hatten. So wussten wir nun, warum es früher „Waschtag“ hieß. Es war letztlich dunkel, als wir zurück im Busuanga Backpackers waren und wir unsere Wäsche aufhängten.

Dann gab es endlich etwas zu essen. Die Kokosnüsse am Strand waren schließlich neben „Lukes awesome eggs“ zum Frühstück das Einzige, was wir heute zu uns genommen hatten.
Dann ließen wir den Abend wieder mit guten Gesprächen in der klassischen Runde ausklingen. Die Hunde waren hier natürlich auch immer mit an Bord.

Tag 174: Hitchhiking – oder eben nicht

Nach einer weiteren Runde von „Lukes awesome eggs“ saßen wir noch lange mit Christoph und Andrea zusammen. Gegen Mittag wollten wir dann wirklich aufbrechen, schließlich hatten wir vor, zu nahen Wasserfällen und von da zur Farm zu trampen. Nach 350 schweißtreibenden Metern war dieser Plan aber schnell über Bord geworfen. Die Mittagssonne am blauen Himmel über Busuanga war einfach zu stark. Gut, dass wir gerade an einer Bruchbude vorbeikamen, die auch Roller verlieh. So hatten wir dann doch schnell einen fahrbaren Untersatz und düsten zum Wasserfall von Conception. Es war ein gediegener Ort zum Entspannen, jedoch nichts Beeindruckendes.

Beeindruckender fanden wir eher die Dorfjugend, die sich hier schon versammelt hatte und montags gegen 12:30 Uhr schon ein paar Flaschen Rum verputzt hatte. Als diese kurz darauf jedoch weiterzog, waren wir für einen Moment quasi alleine. Als wir dann ins Wasser gingen, um uns abzukühlen, kamen jedoch schnell wieder eine Hand voll Leute hinzu. Unter ihnen war auch ein älteres Ehepaar von den Philippinen, die aber seit Jahrzehnten schon in Polen lebten. Es waren nette Leute – wie alle Philippinos, die wir kennenlernten und trafen. Nachdem diese fort waren, quatschten wir noch kurz mit einer jungen Frau aus Nürnberg, bevor wir weiterzogen. Nach den Wasserfällen fuhren wir heute nun also zur Farm, die wir gestern nicht mehr geschafft hatten. Sie lag wirklich sehr abgelegen. Von der Hauptstraße fuhren wir noch ein ganzes Stück über einen ruckeligen Feldweg, bis wir dort ankamen. Wir wurden schnell eingeladen, etwas zu essen zu bestellen und sagten gerne zu, auch ohne den Preis erfragt zu haben. Leider mussten wir Hungrigen aber dann doch lange warten, bis wir essen konnten. Gefühlt musste der Fisch wohl erst gefangen werden. Die Wartezeit verbrachten wir spielend mit einer Runde Quixx.

Außerdem sahen wir uns auf der Farm um und staunten über die vielfalt der organischen Produkte, die hier angebaut werden.

Als das Essen dann endlich angerichtet war, konnten wir jedoch kaum fassen, was hier auf der Farm plötzlich für uns unangemeldete Gäste gezaubert wurde. Ein toller Fisch, eine Riesenportion Salat und natürlich Reis. Auch die vielen Hunde der Farm wussten, dass hier etwas Besonderes auf dem Tisch lag und so saßen sie in der Hoffnung auf etwas Fisch geduldig um uns herum. 15538930521395835254629194712964868.jpgEiner von ihnen fing plötzlich zu wimmern an, weil er dachte, wir hätten einen der anderen Hunde gefüttert. Immer diese Eifersüchteleien. Der stillste der Hunde schaffte es am Ende dann tatsächlich, sich die Grätenreste zu schnappen, als wir zum Bezahlen aufstanden und noch nicht direkt abgedeckt wurde.
Für einen tollen Sonnenuntergang waren wir etwas zu spät losgekommen, doch wir chillten trotzdem noch bei einem Bierchen auf dem Hügel des Busuanga Backpackers.

Die Moskitos, die mit uns chillten, gingen uns jedoch dann zu sehr auf die Nerven, sodass wir unsere Wäsche abnahmen und es uns lieber am Essensbereich bequem machten. Neben den Altbekannten Teilnehmern der Runde (Luke, Danica, Christoph und Andrea) war Severine, eine Französin, heute neu dabei. Sie bekam zudem noch Besuch von einem Briten aus Coron Town. Nur Jan fehlte. Wir erfuhren, dass er sich wohl recht übel mit dem Roller abgelegt hatte und nun im Bett lag, um seine Verletzungen auszukurieren. Er sah wohl schlimm aus, doch hatte Glück, das Nichts gebrochen war.
15538930585581686339012645213919210.jpgUnsere Gespräche waren mal wieder interessant und witzig. Auch testeten wir den Jungle Juice, der echt lecker schmeckte und einige Umdrehungen enthielt. Am Ende gipfelte alles darin, wie die rollige Hundemutter Molly beschrieben wurde, wie sie in ihrer Rolligkeit ohne Zähne lächelnd und in einem 8er BH, der ihre Zitzen etwas geraderückt, die jungen Rüden der Umgebung verrückt machen würde.

Tag 175: wir verpassen die Fähre

Danica hatte nicht untertrieben, als sie uns erzählt hatte, dass Jan echt schlimm aussah. Es hatte ihn ganz schön erwischt, doch es ging ihm den Umständen entsprechend gut. Sein Gesicht war vernäht und überall geschwollen. Blau und schwarz waren die dominanten Farben. Das erinnerte uns an unseren Sturz auf dem Thakhek Loop, der noch glimpflicher ausgegangen war. Beim Frühstück wurde unsere Runde noch einmal um 2 Schweden erweitert, die wie wir in der Nacht per Flugzeug angereist und direkt hierher gefahren waren.
Danica erzählte von den Ausbauplänen des Busuanga Backpackers. Es sollten noch ein paar teurere Bungalows hinzukommen, vor allem sollte aber auf dem Hügel ein Restaurant entstehen, inklusive Wasserrutsche hinunter zur Bucht. Dort würde Luke dann ständig mit dem Mädchen, das die beiden in 4 Monaten erwarten würden, hinunterrutschen. Die Zukunft vom hyperaktiven WiFi war bereits geklärt, er sollte in einigen Wochen an einen befreundeten Tauchlehrer gegeben werden. Chops hingegen war noch unversprochen. Vielleicht müssten wir am Ende unserer Reise noch einmal vorbeikommen, um Chops mit nach Hause zu nehmen. Bevor wir uns auf den Weg nach Coroan Town zum Fährenanleger machten, tauschten wir noch unseren Reiseführer ein. Für unser Modell von Südostasien für ein kleines Budget gab Luke uns einen älteren Lonely Planet von Neuseeland. Dann verabschiedeten wir uns auch schon wieder von allen. Wir hatten hier eine tolle, wenn auch viel zu kurze Zeit mit den nettesten Menschen erlebt.


Danica hatte uns einen Transfer zum Hafen bestellt und uns Tickets für die Fähre nach El Nido hinterlegen lassen. So ging es dann neben einer netten Frau auf den Weg nach Coron Town. Dort stellten wir fest, dass der Fährableger doch noch weiter entfernt war, als wir es vermutet hatten. So mussten wir noch einmal mit dem Tricycle fahren. Wir brauchten frisches Bargeld, da wir nicht genau wussten, wo wir auf Palawan noch einen ATM finden würden. Die erste Bank hatte Mittagspause, bei der zweiten Bank blieb Pumbas Karte einfach 10 Minuten im Automaten stecken. Das Verkehrschaos in den engen Straßen ließ uns ernsthaft davon ausgehen, dass wir die Fähre um 12 Uhr verpassen würden. Auch der Tricycle Fahrer wollte uns keine Hoffnungen machen, ob wir es noch rechtzeitig schaffen würden. Die Alternative wäre es, zurück zu Luke und Danica zu fahren.
Wir waren wenige Minuten vor 12 Uhr am Hafen, wo uns erst einmal ein Stein vom Herzen fiel, denn es gab glücklicherweise noch eine Fähre um 13 Uhr, die wir nun nehmen konnten. Niemand hatte uns vorher von einer zweiten Fähre erzählt, doch sei es drum. Wir chillten noch bei Aquaman im Hafenterminal, dann verließen wir mit etwas Verspätung Busuanga Island und Coron.


Nun war also das berühmte El Nido unser nächstes Ziel. Wir freuten uns auf weitere Tage am Strand und auf eine der berühmten Inselhoppings. Die Philippinen taten uns mittlerweile einfach gut. Auch Mona hatte endlich das Gefühl, nach den unzähligen Transfers und Stops, auf den Philippinen angekommen zu sein. Vielleicht hatten wir die Tage Auszeit bei Luke und Danica einfach gebraucht.

Bis dahin,
M & P


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