marlborough sounds – der norden der südinsel

Tag 215: Bloß keine Robben überfahren

Wir starteten mit einem Overnight Müsli inklusive Pflaumen in unseren Tag in Kaikoura. Zuerst setzten wir uns raus, um beim Frühstück den Ausblick auf das Meer zu genießen, doch weil es zu windig war, zog es uns doch wieder zurück zu Inge. Dem Wind trotzten wir dann aber in der Folge, als wir über die Halbinsel, an der Kaikoura gelegen war, spazierten. Von hier starteten zahlreiche Boot- und Flugtouren, um Wale und Delfine zu sehen, die quasi immer und zahlreich vor Kaikouras Küste auftauchen. Wir erhofften uns, bei unserem Spaziergang an der felsigen Küste der Halbinsel auch einen Wal erblicken zu können.


Die Landschaft war grandios, denn neben dem Meer auf der einen Seite waren die Berge auf der anderen Seite nicht fern. Hierbei handelte es sich nicht nur um größere Hügel, die die Natur geschaffen hatte, nein, es waren auch große schneebedeckte Riesen zu sehen, die hier so nah an der Küste emporragten.
Leider sahen wir unterwegs keinen Wal. Stattdessen redeten wir darüber, wie wir mit unseren verbliebenen Datenpaketen bis zu unserer Abreise in Neuseeland erreichbar bleiben, uns organisieren, gleichzeitig aber auch Dingen nachkommen können, die uns interessieren. Es gab verschiedene Optionen vom Deinstallieren mancher Apps, über einen bewussteren Umgang mit dem Restguthaben, bis hin zu einem umfangreichen und komfortablen Top Up.
Über diese Diskussion erreichten wir Inge wieder und begaben uns auf die Straße in Richtung Blenheim. Wie wir am Vorabend selbst erlebt hatten, galt es ab jetzt auch besonders auf Robben zu achten, auch wenn diese Gefahr am helligten Tag vielleicht etwas geringer war als morgens oder abends.


Wie sich herausstellte, war die Gefahr der Robben nicht sonderlich groß. Dies lag nicht daran, dass keine Robben da waren, denn diese waren in zahlreichen Kolonien direkt am Straßenrand auf ihren Felsen vertreten. Es lag vielmehr daran, dass gerade der Highway 1 zwischen Kaikoura und Blenheim generalüberholt wurde und wird. Ein riesiges Baustellenprojekt und keine einfache Logistik, auch um den Verkehr zu lenken. Einfache Ampellösungen konnten hier nicht helfen, sodass der Verkehr von vielen Mitarbeitern des Straßenbauamtes händisch und mit Kellen gelenkt werden musste. An einer Stelle schien nicht einmal das zu helfen, sodass hier Fahrzeuge des Straßenbauamtes verwendet wurden, um wie beim Safety Car bei der Formel 1 vorweg (und hintendran) zu fahren, bis der entsprechende Abschnitt befahren wurde. Dann begleiteten diese Pilot Cars mit der Aufschrift „Please follow me“ wieder den Verkehr der Gegenrichtung.
Auch wenn die Baustelle uns hier und da etwas Wartezeit einbrachte, waren wir einfach froh darüber, dass wir aber durchkamen. In Neuseeland bedeutet eine Straßensperrung wegen einer Baustelle oftmals keine Umleitung von 10 oder 20 Kilometern, sondern einen Umweg von mehreren hundert Kilometern – zumindest auf der Südinsel. Auch hier gab es nur diesen Highway, ansonsten hätten wir wieder über einen Pass zur Westküste gemusst und wieder 2 Tage Fahrt investiert. Aber zum Glück war dies nicht der Fall und die Straße war wenigstens einspurig befahrbar.
Als wir ein gutes Stück weiter waren, erreichten wir die Weinregion von Marlborough. Schöne Hügel an deren Hängen Weinrebe an Weinrebe stand.20190415_161511_compress_275079507322615798806.jpg Auch die Täler, durch die sich die Straße windete, waren mit Weinreben gefüllt. Am liebsten hätten wir an jedem Weingut zu einem Tasting gestoppt, aber wer hätte denn dann Inge weitergefahren? Aus Solidarität zum Fahrer blieben wir also lieber beide nüchtern und fuhren stattdessen erst einmal nach Blenheim zum Liquid Laundromat – Wäsche machen. Das dauerte wie immer ungefähr einen Nachmittagssnack lang. Diesmal war die Wäsche aber wenigstens wieder nach nur einem Trocknerdurchgang trocken.
Da es schon wieder später war als gedacht war, fuhren wir nur noch ein kleines Stück aus Blenheim raus, wo wir bei einer Flussmündung ins Meer für die Nacht campierten.

Der Platz war sehr abgelegen und zwischen riesigen Bäumen, die wohl etwas mehr Windschutz versprachen als beim letzten Campground. Die Strecke bis zur Fähre in Picton war nun nicht mehr weit.
Unser Game of Thrones Abend zögerte sich etwas hinaus, da wir noch eine Kniffelrunde starteten

. Wir wollten zum Einstieg noch einmal die ein oder andere Folge der alten Staffel schauen, bevor uns die brandneue Folge erwartete. Die Pita Taschen mit Falafeln entwickelten sich zu einer längeren Pause, weshalb wir die neue Folge ein weiteres Mal verschoben und schliefen.

Tag 216: Der Winter ist gekommen

Endlich konnten wir die neue Folge Game of Thrones schauen. Für uns war der frühe Dienstag Morgen ja genauso, wie zu Hause der Montagabend, was die Spoilergefahr etwas eindämmte. Nachdem wir zum Einstieg in den Tag länger im Bett gelegen hatten und die neuen Ereignisse in und um Winterfell erfuhren, entschlossen wir uns auch danach einen ruhigen Tag einzulegen. Somit starteten wir mit einem leckeren Frühstück.

Wir putzten Inge etwas heraus, um Fotos für ihr Inserat zu machen. Kaum ist die Hälfte unserer Zeit in Neuseeland vorbei, stehen auch schon die zahlreichen Gedanken über den Verkauf von Inge Schlange.


Nachdem die Fotos im Kasten waren und Inge sich von ihrer besten Seite gezeigt hatte, spielten wir noch ein paar Runden Karten, bevor wir den Stellplatz verließen und zum Dumping und Wasserauffüllen nach Picton fuhren. Nach der Organisation verließen wir Picton auch schon wieder über den Queen Charlotte Drive. Hier sahen wir auf die Fähranleger hinab, über die wir in 2 Tagen die Südinsel verlassen würden.

Wir hatten mittlerweile eine Überfahrt für 226NZ$ [136,77 €] mit Inge gebucht. Der Queen Charlotte Drive entpuppte sich als eine der kurvigsten Straßen der Welt. Kaum eine Pause zwischen den Kurven war länger als 20 Meter. Hier muss es optimal sein, um mit einem Zweirad die Straße entlangzukurven. Unser Ziel war von Picton aus zwar nur 20 Kilometer entfernt, aufgrund der Straße benötigten wir aber rund 45 Minuten. Die Landschaft der Marlborough Sounds hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Wir hatten nicht erwartet, dass die Buchten hier so stark bewaldet waren und es uns teilweise wie im Regenwald vorkam.
Leider stellte sich heraus, dass unser favorisierter Campground nur für 4 Autos Platz hatte und somit schon voll belegt war. Auch der 5 Minuten entfernte Stellplatz war mit 6 Autos schon voll. Aufgrund der schlängelnden Straßen an den Sounds entlang war der Weg zum nächsten kostenlosen Campground immer mindestens 45 Minuten lang, egal in welche Richtung wir weiterfuhren. Wir entschlossen uns umzuplanen: Anstatt den morgigen Tag durch die Sounds zu fahren, beschlossen wir, genug davon gesehen zu haben und wir fuhren zurück zu unserem vorigen Stellplatz an der Flussmündung. Hier wussten wir einfach, dass wir noch einen Platz für Inge ergattern konnten und dass es schön war.
Es verging eine Stunde voller Kurven und Hunger, während Pumba über verschiedene Unfallszenarien philosophierte, bis Inge schließlich sogar weinen musste (Pumba betätigte die Waschanlage und die Scheibenwischer von Inge, wir müssten Beide herzlichst lachen). Aber am besten ist es wohl, wir reden über so etwas ohne Inges Beisein. Als wir dann wieder am Ausgangspunkt des Tages angelangt waren, funktionierte unsere Innenbeleuchtung nicht mehr. Wir wussten zwar, dass sie über die erste Batterie angeschlossen war, hatten jedoch keinen Plan wo und hinter welcher Holzverkleidung die Leitungen liefen. Pumba schaute sich kurz die Sicherungen des Vans an, die aber alle noch drin waren. Dann fiel ihm auf, dass der kleine silberne Schalter neben dem Lenkrad nicht – wie üblich – nach unten stand. Endlich hatten wir auch eine Funktion für diesen Schalter gefunden. Kaum war der Schalter wieder nach unten gelegt, gingen die Lampen wieder. Mona hatte mit Kerzen bereits so gut es eben ging den Innenraum ausgeleuchtet und war heilfroh, dass dies keine Dauerlösung sein musste. Es wurde Zeit, das Abendessen zuzubereiten. Es gab weitere Pitas und Wraps, heute diente Jackfruit als Füllung. 20190416_184658_compress_968894813882126554809.jpgEs schmeckte wunderbar. So könnten wir jeden Tag essen. Pumba vertrug das Essen aber irgendwie weniger gut. Nein, er hatte keine Magenprobleme danach, vielmehr schlug es wohl auf seinen Kopf über und Mona konnte sich nur noch fragen, warum Pumba so sehr „einen an der Waffel“ haben könnte.
Als aber wieder eine gewisse Normalität herrschte, schauten wir uns noch Friends an, bevor auch dieser Tag schon wieder vorüber war. So langsam merkten wir vor allem an der früheren Dunkelheit, dass die Sommerzeit vorbei war und der Winter nicht nur in Westeros dabei war Schatten und Dunkelheit zu bringen.

Tag 217: Sporteln bis das Sub kommt

Da unser Plan für die Marlborough Sounds von uns kurzerhand geändert worden war, wollten wir den ganzen Tag am Campground verbringen. Wir hatten kurz wieder überlegt, ein Weintasting in der Region zu machen, es aber wieder gelassen. Einfach blöd, wenn man Inge noch bewegen muss. So hatten wir aber Zeit für leckere Apfelpfannkuchen zum Frühstück.

Weil unser Stellplatz zwar zwischen den großen Bäumen richtig schön gelegen war, es aber einfach zu schattig war, parkten wir zum Meer um und genossen die Sonnenstrahlen. Auch unser Smiley-Ingo erfreute sich an der geballten Ladung Sonne und füllte unsere zweite Batterie wieder mehr und mehr.

Während Mona Inges Fenster putzte, damit wir abends auch die Sterne bei geschlossener Tür wieder klarer sehen könnten, bastelte Pumba an seinem elektrischen Trimmer für die Gesichtsbehaarung herum. Wir wollten später nach Blenheim zum Schwimmen und Duschen aufbrechen, dafür wollte Pumba aber einen funktionierenden Trimmer haben. Nach intensiver Bastelarbeit war das Ding letztlich wie neu. Es wurde auch Zeit, denn sein Bart fing schon wieder an, rot zu werden. Das will doch keiner hier.
Bevor es nach Blenheim ging, nutzten wir das schöne Wetter in Verbindung mit der später geplanten Dusche für einen lang ersehnten Joggingtrip.

Wir warfen uns in Schale, ließen Inge am Meer zurück und drehten eine lockere Laufrunde. Das war uns aber noch nicht genug. Anschließend fuhren wir nach Blenheim ins Schwimmbad.
Für diesen aktiven Tag belohnten wir uns mit einem großen Sandwich bei Subway in Blenheim. Dann fuhren wir nur noch auf unseren Stellplatz, bereiteten Overnight Müsli vor und legten unsere Beine hoch. Wir hatten den Tag mal wieder sehr schön verbracht.

Tag 218: Wir ziehen nach Norden

Wir hatten Overnight Müsli vorbereitet, um möglichst wenig Zeit zu verlieren, bevor wir zur Fähre mussten. So waren wir zügig in Picton und bequemten uns dort erst einmal in die Bibliothek.

Da wir spätestens um 13 Uhr bei der Fähre sein mussten, hatten wir sowieso heute nicht viel vom Tag, da weder vor der Fährfahrt noch danach in Wellington große Sprünge möglich waren. So nutzten wir unsere Zeit immerhin bestmöglich mit dem ein oder anderen Blog und dem Auffrischen unserer Netflix Downloads. Natürlich standen auch noch ein paar wirklich wichtige Dinge im Raum, was im WLAN einfacher zu klären war. So zum Beispiel Informationen zu möglichen Schulen für Monas Referendariat zu ergattern oder das Inserat für Inge schon mal im Internet auf diversen Seiten zu platzieren.
Pünktlich verließen wir die Bibliothek und fuhren zum Fährterminal zum Einchecken. In der Schlange der unzähligen Autos schmierte Mona uns noch Brote für unterwegs, während Pumba am Steuer bereit war, auf die Interislander-Fähre überzusetzen. Dann ging es los.20190418_134506_compress_4296457490025095817.jpg Inge bekam einen Platz zugewiesen und wir suchten uns auch eine schöne Ecke für die Überfahrt. Erst sonnten wir uns noch bei wunderbarem Wetter oben auf dem Sonnendeck.

Als die Fahrt losging, wurde es uns aber schnell zu windig und wir entschlossen uns psx_20190422_152618_compress_927562512057094033956.jpgdazu nach unten in die Bar zu gehen. Hier hatten wir akzeptables WLAN und es war wärmer als draußen im kühlen Wind.
Hier und da gingen wir natürlich mal wieder nach draußen gucken, wo wir herumschipperten. Als wir die Buchten der Südinsel verließen und auf die Meerenge zwischen den Inseln einfuhren, wurde der Wellengang etwas stärker.

Mona schlug das noch mehr auf den Magen als Pumba. Doch wir meisterten auch noch den Rest der Überfahrt, bis wir sicher in Wellington ankamen.

Dort machten wir uns so schnell die Ampeln es zuließen auf den Weg zum Campground, da die Plätze knapp waren und es in und um Wellington auf den ersten Blick nicht viel Auswahl zum Nächtigen gab. Als wir Inge sicher in eine der letzten Lücken manövriert hatten, nahmen wir uns Rucksack und Tasche und machten einen Abendspaziergang zum Pak’nSafe. Es war Gründonnerstag, da mussten wir sicherheitshalber auch noch mal ein paar Dinge für die Ostertage besorgen.
Auf dem Hin- und Rückweg sahen wir einige Rugby Teams beim Training. Das abendliche Flutlicht und die tollen Anlagen und Plätze hier machten wirklich Lust auf Sport. Vor allem Pumba sehnte sich nach einem runden Ball an seinen Füßen – nicht mehr lange.
Auf unserem Stellplatz am Hafen – unweit des Drehortes, wo die Hobbits sich vor einem der Ringgeister versteckten als Frodo rief „Get off the road!“ – machten wir uns Hähnchenwraps mit Doritos als Beilage. 20190418_205254_compress_956399771137415162454.jpgDann endete unser Gründonnerstag damit, dass Pumba eine kleine Konversation mit einem alten Freund hatte. Darauf ließ sich in nächster Zeit aufbauen.
Auch wenn es noch tausende Kilometer bis nach Hause sind, wir nähern uns gerade nicht nur zeitlich, sondern auch auf der Landkarte in Siebenmeilenstiefeln. Wir hatten nun die Südinsel Neuseelands hinter uns gelassen. Sie war beeindruckend mit all ihren Facetten verschiedenster Vegetationen und Landschaften. Wir waren nun aber ebenso gespannt, was der Norden Neuseelands uns in der kurzen verbleibenden Zeit noch bieten würde. Wir freuen uns auf das, was noch kommt und werden versuchen, auch jetzt noch alles in vollen Zügen zu genießen und aufzusaugen, bevor wir in den Flieger steigen werden. Bleibt dran.

Bis dahin
M & P


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