ngwe saung

Tag 58: Einfach nur Strand

Die nächtliche Ankunft nach der Fahrt mit dem Marktschreier war eine Erleichterung. Gegen Ende ging uns das Geschrei mit dem Echo Nachhall schon etwas auf den Geist, als er auch noch anfing bei jedem Hotelstopp den Namen des Hotels jeweils 1000-fach zu wiederholen (mitsamt Echo also sicher 3000 mal gehört). Als dann hunderte Male die Wörter „Lover view, lover view“ aus den Lautsprechern klangen, wussten wir, es war an der Zeit, den fahrenden Markt zu verlassen und wir waren da.
Wir entschieden uns für den early Check-In, da es erst 3:45 Uhr war, was uns dann doch zu früh war, um einfach bis zum nächsten Tag abzuhängen. So konnten wir für 15.000 MMK [ca. 8,25 €] schon unser Zimmer für diese Nacht beziehen und hatten auch das Frühstück am nächsten Morgen schon mitbezahlt, was uns sonst auch noch einmal 6.000 MMK [ca. 3,30 €] gekostet hätte. Auch Alex und die beiden Italiener aus dem Bus entschieden sich für diese Variante. Unser Bungalow verfügte über ein eigenes Bad, eine Klimaanlage und sogar einen Kühlschrank. Darin sollte man allerdings nicht allzu viel lagern, war der Strom doch nur täglich von ca. 18:00 Uhr – 6:00 Uhr über Generatoren verfügbar, tagsüber war er abgeschaltet (außer an Rezeption und Restaurant, die zusätzlich über Solarstrom verfügten und so ganztägig Strom und WLAN anboten).


Am nächsten Morgen frühstückten wir in der Bar des Hostels, die sich direkt am dazugehörigen Pool befand. Für Pumba gab es Nudeln mit Omelette, Mona hingegen hatte sich einfach eine Obstplatte gewünscht, da sie keine der mit Eiern versehenen Frühstücksoptionen essen wollte. 20181108_1030526974860173537446027.jpgDie Obstplatte bestand aus ein paar Wassermelonenstücken, also wurde einfach schnell nach einer Schüssel mit Wasser gefragt und aus unserem Bungalow ein paar Haferflocken mit Honig herbeigeschafft. Nach dem Frühstück starteten wir unseren Tag standesgemäß: am Strand.
Kaum waren wir am Strand angekommen, platzierten wir uns im Schatten auf dem Sand. Schnell merkten wir jedoch, dass es hier ziemlich nach Urin roch und es wohl nicht die beste Stelle zum Entspannen wäre. Nichts wie weg von hier und weiter Richtung Palmenhütten.

Hier gönnten wir uns zwei Liegen unter einer kleinen Palmenhütte, die uns Schutz vor der Sonne bieten sollte. Coolerweise gehörten die Liegen nicht zu einem Hotel oder Resort, sondern waren öffentlich belegbar. Mit anderen Worten: Sie waren für lau. Das Meer war glasklar und sehr warm. Alles in allem gab es nichts zu bemängeln.

Mit dem Wechsel zwischen Liege und Meer ließ sich unser erster Tag hier sehr gut verbringen, bis am späten Nachmittag dann doch der Hunger zu stark wurde, unser Wasser zuneige ging und Pumbas Kopf wohl aufgrund der Sonne zu stark dröhnte.
In unserer Unterkunft gab es dann nach der Dusche erst einmal etwas zu essen. Pumba gönnte sich einen Chiliburger, Mona ein vegetarisches Curry nach burmesischer Art.

Hierbei trafen wir Alex wieder, der wohl den ganzen Tag unter einer Bananenpflanze im Schatten verschlafen hatte. Auch den deutschsprachigen Italiener, der uns diese Unterkunft in Yangon empfohlen hatte, trafen wir hier. Die beiden waren erstaunt, wie viel Farbe wir heute erlangt hatten, um nicht zu sagen: gut Sonnenbrand kassiert. Aufgrund von Pumbas dickem Schädel, verweilten wir nach dem Essen aber nicht allzu lange an der Bar und kehrten zu unserem Bungalow zurück.

Hier schauten wir erst eine Folge auf Netflix, bevor Mona wieder zur Bar ging, um im WLAN mit der Heimat skypen zu können. So ging unser Abend dann auch recht zügig zu Ende und wir schliefen zu den Geräuschen der Dschungeltiere um unseren Bungalow herum ein. Glücklicherweise waren diese Tiere wirklich nur um unseren Bungalow herum und nicht in diesem, brachten manche davon es doch auf beachtliche Größen. So wie unser Freund Flip, der uns an der Fensterscheibe begrüßte.

Tag 59: Einfach nur Pool

Nachdem wir gefrühstückt hatten, blieben wir noch etwas an unserem Tisch sitzen, mussten wir doch nun wirklich mal schauen, dass der Blogpost über Georgetown °1 online gehen konnte. Hierzu musste noch das ein oder andere Minütchen investiert werden, um den Text final zu korrigieren und Bilder einzufügen. Gleichzeitig nutzten wir den Moment auch, um den zweiten Teil Georgetown °2 zum Hochladen vorzubereiten.

Nach der „Arbeit“, die uns ja eigentlich auch Vergnügen bereitet, kommt bekanntlich das richtige Vergnügen. Für uns bestand dies heute darin, genauso zu faulenzen und abzuhängen, wie gestern. Einziger Unterschied: Wir legten uns an den Pool der Unterkunft statt an den Strand. Leider war der Pool etwas zu verchlort und wir hatten keine Schwimmbrillen, was das erhoffte Bahnenziehen etwas einschränkte, da es wirklich unangenehm für die Augen war. Das Sporteln übernahm Pumba dann einfach, indem er sich von der Liege herunterrollte und nebenan auf dem Rasen ein paar Übungen einstreute, bevor es eine abermalige Abkühlung gab. Mona blieb auf ihrer Liege ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen – alles andere war einfach zu anstrengend.

Am späten Nachmittag stand uns der Sinn schließlich nach einem seit Bali hinausgezögernden Duell um die Welt. Phase 10. Nie war es auf unserer Reise wichtiger gewesen, fokussiert zu sein und einen kühlen Kopf zu bewahren, als in diesem Moment, dessen Ausgang über Prestige und Schmach, über Respekt und Lachnummer entschied. Würden dem Sieger dieser Kartenschlacht wohl mindestens 3 neue Pagoden in Myanmar gewidmet werden, würde der Verlierer die Toiletten am nächsten Busterminal zu putzen haben. Besonderes Flair erhielt das Duell, indem wir zusätzlich ein gutes Myanmar Bier zum Sonnenuntergang tranken.


Lange Rede, kurzes Fazit: Mona ging als Siegerin hervor, Pumba war die Lachnummer. Wenngleich es auch sehr eng war, da Mona einen großen Vorsprung zwischenzeitlich verspielt hatte, bis beide gleichauf in die letzte Phase gingen. Hätten beide diese Phase geschafft, hätte Pumba den Lorbeerkranz erhalten, hatte er doch weniger Strafpunkte. Doch ihm fehlte letztlich eine Karte zum Rauslegen. Eine Karte, die über Sieg und Niederlage entschied. Eine Karte, die die Zukunft unserer Reise prägen würde. Eine Karte, die einfach nicht kommen wollte. Hätte, hätt… Nein, wie Lothar Matthäus zu sagen pflegt: „Wäre, wäre, Fahrradkette.“.
Monas Sieg begossen wir schließlich mit einigen Bierchen in der Bar, bis wir neben einer dicken Kröte und einigen Moskitos die Letzten waren, die noch da waren und so auch die letzte Runde zu uns nahmen. Mona schlief im Anschluss wie eine Königin: verschränkte Arme hinter dem Kopf, Beine respekteinflößend aufgestellt – das hatte sie sich aber auch redlich verdient.

Tag 60: waren wir eigentlich schon am Strand?

Neuer Tag, selbes Spiel. Wir waren zum Entspannen hier und wir taten auch nichts Anderes als das. Heute zogen wir also nach dem Frühstück wieder zum Strand, der nur 3-5 Gehminuten von unserem Bungalow entfernt in Sichtweite lag.
Hier war heute einiges mehr los, als 2 Tage zuvor. So trafen wir neben den beiden Italienern auch einige Burmesen, die hier scheinbar ihr Wochenende verbrachten.

Das Wetter war heute nicht mehr so gut. Die Sonne ließ sich zwar immer mal wieder blicken, doch waren auch viele Wolken am Himmel, die laut Wettervorhersage auch noch Regen bringen sollten. Wir ließen uns davon allerdings nicht beirren und hatten eine gute Zeit am und im Meer, auch wenn Mona nach den Waschgängen in den Wellen Balis Respekt davor hatte, alleine aus dem Meer zu gehen. Hier waren jedoch wirklich nur kleine Wellen, die durch recht lange Pausen getrennt waren, sodass sie es letztlich doch stets alleine und ohne Zwischenfall schaffte, aus dem Wasser zu kommen.
Gegen 15 Uhr sahen wir dann aber, wie von Süden her Regen aufkam. Wir packten unsere Sachen zusammen und wollten zügig zu unserem Bungalow aufbrechen. Doch es war zu spät. Der Regen war bereits da. Schnell schüttete es wie aus Eimern, sodass wir in einer kleinen Strandbar des benachbarten Hotels Unterstand suchten und fanden. Auch die beiden Italiener gesellten sich schnell zu uns. Sie wurden bei ihrer Wellness vom Regen gestört. War die Frau mit ihrer Massage zwar schon fertig gewesen, konnte der Mann dies nicht behaupten. Oberkörperfrei und am ganzen Körper voller Massageöl brauchte er niemandem zu berichten, dass er gerade voll in der Massage gesteckt hatte. So saßen wir nun zu viert hier und es dauerte nicht lange, bis wir bei einem Bierchen Geschichten unserer Reise auspackten.

Da die beiden schon länger in Myanmar unterwegs waren und auch einige der Stellen besucht hatten, die wir noch besuchen wollten, konnten sie uns einige wirklich nützliche und hilfreiche Tipps geben.20181110_1656036611271925149103635.jpg Als bei uns dann der Hunger einsetzte, bedeutete dies nicht, dass der Regen aussetzte, also bestellten wir einfach hier ein paar Snacks. Neben einem Tomatensalat gab es selbst gemachte Kartoffelchips in Scheiben und Zwiebelringe.
Nach unserer Mahlzeit hatte sich aber auch der Regen wieder gegeben, sodass Pumba noch schnell zu den Felsen mit den kleinen pagodenähnlichen Bauten on top laufen konnte, um diese einmal aus der Nähe gesehen zu haben. Sein Lauf war länger als erwartet, war die Strecke doch pro Weg genau 1 km weit. Am Strand tut man sich eben schwer damit, die Entfernung korrekt einzuschätzen. Nach seiner kleinen Laufeinheit machten wir uns dann aber auf den Weg zum Bungalow, schließlich wurde es auch schon bald dunkel und Mona war leicht durchgefroren – ein wirklich ungewohntes Gefühl.


Nach der Dusche, die Mona auch nicht wirklich aufheizen konnte (da wir ja nur Kaltwasser hatten), legten wir uns kurz für ein Fölgchen ins warme Bett, bevor es zum Abendessen wieder zur unterkunfteigenen Bar ging. Hier gab es ein vegetarisches Curry und einen Tea-Leaf-Salat. Kaum hatten wir bestellt, kamen Alex, der deutschsprachige Italiener und zwei deutsche Frauen dazu, die fragten, ob sie sich zu uns setzen dürften. Na klar, gerne. So hatten wir schnell eine gesprächige Runde am Tisch, die nach kurzer Zeit auch noch von dem Australier aus dem Management-Team und seiner brasilianischen Freundin ergänzt wurde. Neben den zahlreichen Gesprächen am Tisch durften wir nicht vergessen, zwischendurch auch immer mal wieder einen Happen unseres Essens zu uns zu nehmen. Der Italiener zeigte uns Videos vom Vortag, als er und Alex (2 große Männer) auf einem einzigen Roller eine Erkundungsfahrt nach Süden machen wollten und schnell abseits jeglicher Straßen und Zivilisation endeten. So mussten sie sich mit dem Roller durch Wald, Schlamm, Strand und Geäst durchkämpfen und hatten zwischenzeitlich Probleme, überhaupt so etwas wie einen Weg zu finden, der zurück führte. Auch mussten sie regelmäßig absteigen, da der Roller bei dem bevorstehenden Streckenabschnitt oft nicht beide schaffte und manchmal auch niemanden von beiden schaffte. Nach einigen Stunden und einer letztlich vollzogenen Tagestour fanden sie den Weg zurück aber doch.
Irgendwann wollte die deutschsprachige Delegation am Tisch noch zur Strandbar im 4 km entfernten Dorf weiterziehen. Wir hingegen blieben dann doch lieber in der hiesigen Bar, hatten wir den Wecker für unsere Abreise am nächsten Morgen doch schon auf 6:00 Uhr gestellt und keine große Motivation verspürt, verkatert unseren Transfertag anzutreten. So zogen die vier los und wir blieben ebenfalls zu viert zurück. In der Folge hatten wir mit dem Australier und seiner in Schottland kennengelernten brasilianischen Freundin noch eine äußerst lustige Zeit. Nach anfänglichen Gesprächen über Myanmar, unsere Reiseroute, den Aufbau dieser Unterkunft und Probleme im Land (Rohyinga, Militärführung, Opium), machte das Gespräch ab dem Moment eine starke Wendung, wo Pumbas Game-Boy Geldlbeutel vom Australier erblickt wurde. So kamen wir schnell zu seinem Geständnis, dass er seine Freundin nur auf Platz 4 seiner geliebten Dinge klassieren kann.
Die Platzierungen sehen so aus:

  1. Donkey Kong Country
  2. Mario Kart
  3. Pilze aller Art (außer Magic-Mushrooms, die schmecken ihm nicht)
  4. Bianca (seine Freundin)

Diese Reihenfolge erklärte er auch Biancas brasilianischem Vater, als er diesen das erste Mal getroffen hatte. Würde man denken, sie hätte zu Unstimmigkeiten geführt, irrt man, da dieser sowohl die Ehrlichkeit als auch die Tatsache der Reihenfolge unter einem beherzten Lachanfall feierte. In der Folge drehte sich unser Gespräch um Pilze aller Art. Klingt banal und uninteressant, war aber überaus witzig.20181109_2314242480135189604238833.jpg
Nach einer wirklich amüsanten Zeit mit den beiden mussten wir aber doch irgendwann das Bett aufsuchen. Auch der Barkeeper war wohl froh, als unser Tisch mal wieder als letztes aufstand und er Feierabend hatte.
Als Mona schon fast eingeschlafen war, zog Pumba sein Kissen zur Seite, was an Monas Kissen angelegen hatte, sodass diese leicht abrutschte. Was sich dabei für ein Schrecken auf ihr Gesicht, ihre Augen und ihren Ausruf gesetzt hatte, können Worte nicht beschreiben. Pumba lachte sich krumm und buckelig, kam aus seinem Lachflash überhaupt nicht mehr heraus und versuchte sich trotzdem irgendwie zu entschuldigen. Er hatte nun wirklich nicht die Absicht gehabt, Mona zu erschrecken – und schon gar nicht so.
Mona selbst lachte jedoch auch herzlich über diese Situation und schaffte es dennoch kurz darauf, schnell einzuschlafen. Pumba hingegen verfolgte noch eine Zeit lang die Newsticker aus der Heimat, spielte doch sowohl sein Heimatverein gerade, als auch der BVB im Topspiel gegen Bayern. 7 Punkte, klang gut. So ließ es sich schlafen.

Damit endete unser letzter Tag im Lovers View Hostel in Ngwe Saung, sollte es am nächsten Morgen doch mit einer Frühstücksbox ausgestattet erst nach Pathein und dann in Richtung Norden gehen. Wie weit wir es schaffen würden und wo demnach unser nächstes Reiseziel liegen würde, konnten wir jetzt noch nicht sagen, wir würden sehen, was an einem Tag machbar wäre. Unser nächster großer Stopp sollte Mrauk U sein, doch wussten wir noch nicht so recht, wie wir dahin kommen würden, wie viele Tage und wie viele Umstiege von einem Bus in den nächsten bevorstehen würden.
Drückt uns die Daumen, dass es nicht allzu viele werden würden und bleibt auf unserer Reise mit dabei, wir freuen uns über jeden, der an unserem Tagebuch teilhat.

Zum Abschluss gibt es noch einen flotten Zusammenschnitt unseres Strandtags:

 

Bis dahin,
M & P


3 Gedanken zu “ngwe saung

  1. Den Bildern nach zu urteilen, kann man anscheinend sehr gut dort entspannen ❤
    Freut mich für euch!
    Spürt ihr etwas von der politischen Situation? Ich hoffe nicht.
    Passt gut auf euch auf, ich liebe euch!

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  2. Hallo meine Lieben!

    Das sind ja Kommentare und Bilder wie aus dem Paradies!……….(könnte man sich doch so vorstellen)!!!
    Bin froh, das ihr entspannen könnt und trotzdem sooooo viel erlebt!

    Der nächste Trip scheint auch wieder spannend zu werden, da noch viele Fragen offen sind und nicht planbar!

    Aber bei eurer Erfahrung und Spontanität wird das schon klappen!

    Passt auf Euch auf!

    HEL

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