thakhek – 4 tage roller-loop

Tag 99: Pingpong erklärt sich

Nach unserem Chaos der nächtlichen Ankunft in Thakhek (Link einfügen), versuchten wir aus dem Morgen möglichst viel Schlaf mitzunehmen und drehten uns noch mehrfach um, bevor wir aufstanden – jetzt war es 9 Uhr. Wir entschieden uns dagegen direkt mit dem Roller-Loop zu starten. So wollten wir lieber noch einen ganzen Tag hier bleiben. Wir fragten unseren Host, ob wir noch eine Nacht verlängern könnten – Booking.com hatte keine Kapazitäten mehr. Unser Host sagte aber ja. Tja, Booking, da guckst du. Wir sollten später zwar von einem 4er Dorm in den nächsten 4er-Dorm wechseln, doch das war uns egal. Im Laufe des Vormittags stellte sich auch heraus, warum eigentlich überraschenderweise eine Person zu viel in unserem Zimmer gelegen hatte und wir uns das verbliebene Bett teilen mussten: Im Laufe des Vortages hatten zwei Personen bei Pingpong (unserem Host im Bike&Bed) eingecheckt, die beide Thomas hießen. Pingpong – verwirrt wie er eben ist – hatte beide dem ersten 4er-Dorm zugeteilt, hatte er auf seinem Belegungsplan doch für dort einen Thomas stehen. Beim zweiten Thomas hatte er wohl schon wieder vergessen, dass der erste Thomas bereits im Zimmer war. Naja, wir lachten immer noch darüber, dass er dachte, er hätte betrunken jemanden aus der Bar mitgeschleppt, um in seinem Hostel zu übernachten, weil er zu voll wäre, um heim zu gehen. Auch wenn Pingpong ein verwirrter Charakter sein kann, so ist er doch auch sehr ehrlich und herzlich. So wollte er von uns für die erste Nacht auch keine Zahlung erhalten, da es sein Fehler war, der uns ein Bett raubte. Wir boten ihm an, dass wir uns ja in der Mitte treffen könnten, da wir ja immerhin auch ganz gut in einem Bett geschlafen hatten, doch er verneinte es. Menschen in Laos stehen zu ihren Fehlern und kommen dafür auch auf, erklärte er uns. Daher nahmen wir das dann auch gerne an.
Jetzt hieß es den Loop zu organisieren. Der erste und wichtigste Anlaufpunkt dafür sollte der Motorradverleih Mad Monkey sein. Dort reservierten wir nach der Begutachtung verschiedener Modelle die teuerste Variante. Eine viereckige Yamaha für 15.000 KIP [ca. 15 €] pro Tag. Sie war teurer als die Honda Varianten, doch man saß darauf gefühlt wie auf einer Couch. Vor allem der Mitfahrer – also Mona – hatte hierauf mehr Platz und eine weitaus komfortablere Zeit, als auf den kleineren Modellen. So hieß es dann eben keinen Arsch weh und mehr Power. Und schließlich wollten wir ja vier Tagesfahrten machen, also Geldbeutel auf und los – nein doch nicht, zahlen sollten wir erst bei der Rückgabe. Wir heimsten noch eine Menge Informationen über den Loop ein, schließlich wollten wir auch wissen, was die Hotspots unterwegs sind oder was man besser auslässt. So wurde uns auch der Tipp gegeben, nach der Kong Lor Höhle, dem Höhepunkt des Loops, den selben Weg zurück zu fahren. So würde man den schöneren Teil 2x durchfahren, statt am letzten Tag nur monoton „Highway“ mit zahlreichen LKWs und wenig Natur zu fahren. Das klang gut. So wurden also wirklich aus 3 Tagen 4 Tage Fahrt.


Zu Mittag gab es eine Portion Suppe mit Salaten, bevor wir zurück zum Hostel gingen, um über verschiedene Höhlen zu recherchieren. Wir hatten ja auch in Myanmar schon einige Höhlen gesehen und demnach war uns mehr nach natürlichen Höhlen, wo recht wenig Menschenhand angelegt wurde, und nicht nach Höhlen, die nur so vor Buddhafiguren und bunten LEDs strotzen. Sorry Buddha-Cave, du bist direkt aus dem Rennen, nach dir brauchen wir nicht zu googlen, das kennen wir schon.


Während wir so in unserer Hängematte hingen und den Thakhek-Loop planten, fanden wir auch schon den nächsten Loop in Pakse über das Bolavenplateau (dort gibt es statt Höhlen dann viele Wasserfälle). Gut, den Plan erst mal hinten anstellen und den ersten Loop einmal durchziehen.
Zwischen Pingpongs Hund und den Hostelgästen (vor allem den männlichen) bestand eine ziemliche Hassliebe. Der Hund bellte und knurrte alle an, hatte aber gleichzeitig totale Angst, wenn man ihm die Hand hinstreckte. Zudem wollte er aber auch mit einem spielen. Er wusste einfach selbst nicht was er tat.
Wir zogen schließlich am Abend noch einmal los und gönnten uns eine Lasagne im Restaurant Khop Chai Deu, wo wir bereits zu Mittag gegessen hatten.

Diese waren wirklich lecker, wenngleich die Portionen für uns auch größer hätten sein dürfen. Dann ging es mit einer Portion Kohletabletten ins Bett, um für den Loop fit zu sein.

Tag 100: 1. Loop-Tag – unsere eigene Höhle

Zum Start in den Tag gab es erst einmal ein außerordentlich gutes Frühstück.

Mona gönnte sich ein Müsli, Pumba ein Omelette mit Bacon und Brot. Dass er statt 1 direkt 2 Baguettes bekam, freute ihn ungemein. Kleines Kind und so.
Wir gaben Pingpong vor unserem Start noch einen Berg Wäsche, den er für uns waschen sollte, bis wir in ein paar Tagen zurück sein würden. Zudem hatten wir mit ihm vereinbart, dass er unsere großen Rucksäcke aufbewahrt, wie es hier Usus war.15474580481882438976726132662624424.jpg So konnten wir mit unseren Daypacks und dem nötigsten Kram für die nächsten vier Tage starten. Das Tetrisspiel mit diesen und dem Roller verlief nicht so gut wie erhofft. Zwar war der Roller größer als die anderen, doch das Gepäckfach war nicht wirklich dementsprechend dimensioniert. Wir stellten einen Daypack in den Fußraum des Rollers und den anderen trug Mona am Rücken. Um den Rücken zu schonen, versuchten wir aber so viel Gewicht wie möglich doch im Rollerfach unterzubekommen. Als das alles soweit geschafft war, konnten wir dann endlich starten. Mit einem Umweg, der uns vor möglichen Polizeikontrollen bewahren sollte, ging es dann raus aus der Stadt. Die Polizei findet hier nämlich nach unserem Wissen immer etwas, um dir einen Strafzettel aufzudrücken, der dann in die eigene Hosentasche wandert. Aber naja, es hatte ohne Polizei geklappt.

Schnell waren die ersten Kilometer geschafft und wir am ersten Stopp. Eine Höhle. Die Xieng Liap Höhle. Kaum hatten wir den Roller gestoppt, kamen 3 kleine Kinder gelaufen und riefen etwas, dass wie „Ticket, Ticket“ klang. Ihnen zahlten wir 10.000 KIP [ca. 1 €] als Parkgebühr, auch wenn es uns etwas suspekt vorkam.
Auch wenn wir nicht wussten, ob wir den richtigen Eingang der Höhle gefunden hatten, gefiel uns der, den wir gefunden hatten, sehr gut. Keine Treppe, kein Geländer, kein nichts. Nur ein schwarzes Loch im Felsen, das man über größere und kleinere Steinbrocken erreichen konnte.

Dahinter ging es dann runter ins Loch, ins stockdunkle der Höhle. Man sah einen kleinen Bachlauf oder Fluss, dahinter weiter nichts. Nachdem wir hinabgestiegen waren, mussten die Schuhe weichen, denn wir mussten den Fluss queren. Auf der anderen Seite sah es nach einem tunnelartigen Durchgang aus. Dort schlüpften wir also mit unserer Stirnlampe hindurch und fanden eine große Höhlenkammer. Im Dunkeln dieser Kammer machten wir ein paar Fotos mit langer Belichtungszeit. PSX_20181222_211844.jpgDanach sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite auch schon wieder Tageslicht einfallen. Dort ging es als nächstes hin und wir fanden eine noch größere Kammer, die einen Fluss führte, wo sogar Leute badeten. Es sah wirklich cool aus. Wir suchten uns unseren Weg durch die Felsen und das Wasser zum Ausgang der Höhle.

Die Schuhe mussten auch hier immer wieder weichen. Als wir die Höhle dann wieder verlassen hatten, waren wir schon ziemlich froh, dass wir uns für heute diese Höhle ausgesucht hatten. Nach genau so etwas hatten wir gesucht.
Nun hieß es für uns zurück auf den Highway zwischen Thakhek und der vietnamesischen Grenze, wo dementsprechend viele LKWs fuhren, die Fracht zwischen den Ländern Laos und Vietnam transportierten. 15474580379448282367502041022557730.jpgWir waren froh, als wir schließlich die Kreuzung erreichten, wo unser Loop diese Strecke verlassen würde. Nahe dieser Kreuzung gab es ein Café, welches wir zu einer Pause nutzten. Nach dieser Pause meinte Mona, ob sie wohl auch mal fahren könnte, es würde sie ja schon interessieren. In Pai hatte sie vor 2,5 Jahren wenige Minuten und Meter „geübt“, ab hier sollte der Verkehr abebben und sie wieder üben können. Wir wollten uns erst einmal die Straßen weiter ansehen, weshalb Pumba doch noch weiterfuhr.


Nächster Stopp war das Visitor Center des Nam Theun 2, eines riesigen Staudammprojektes. Wie wir im Visitor Center bei unserem Rundgang erfuhren, gab es hier zwei Seiten der Medaille. Auf der einen Seite mussten zahlreiche Dörfer, Menschen und Tiere zwangsumgesiedelt werden, um das Projekt zu realisieren. Sie verloren quasi ihre Heimat und ihren Wohnort.

Auf der anderen Seite brachte dieses Projekt auch die heutige Infrastruktur in die Region, schaffte Arbeitsplätze und soziale Aufwertungen. Die Ortschaften in der Region erhielten aus Geldern des Projekts allesamt Schulen, Lehrer und Ärzte. Statistiken zeigen deutlich, dass es den Menschen hier von Gesundheit und Bildung nun weitaus besser geht als zuvor. Trotzdem komisch, dafür die Heimat aufzugeben und der Natur und den Tieren Unmengen an Raum zu stehlen. Fast beiläufig wurde hier auch wieder darauf hingewiesen, welche Unmengen an Bomben durch die USA auf das Land niedergegangen waren und welche Einschränkungen sich dadurch bis heute für die Bevölkerung gebildet hatten.
Auf dem Parkplatz übte Mona nun das Rollerfahren, indem sie ein paar Runter drehte bis sie schließlich von einer Besuchergruppe beobachtet wurde und nicht mehr weiterüben wollte.15474580373814427392709948035580965.jpg Unsere Fahrt ging also weiter – mit Pumba als Fahrer. Nach dem Visitor Center ging es über den Fluss und dann hoch auf das Nakai Plateau. Endlich gab es Kurven und Anstiege und keine langen trockenen Geraden mehr. Hier sollte man das erste Mal das Gefühl erhalten, dass die Strecke als Motorrad-Loop beworben werden darf. Nach einigen Kilometern auf dem Plateau erreichten wir die Seenlandschaft der aufgestauten Wassermengen mitsamt den Unmengen an toten Bäumen. Hierfür stoppten wir ein letztes Mal für die heutige Etappe, um dies auf Bildern der Kamera und Drohne festhalten zu können.


Nachdem wir zufriedenstellendes Material gesammelt hatten und weiter fahren wollten, schlug nun aber endlich Monas große Stunde. Die letzten knapp 20 Kilometer bis zur Unterkunft sollte und wollte sie als Fahrer bestreiten. Sie schlug sich auch vom ersten Meter an wirklich gut, sodass wir sicher und zügig an der Unterkunft ankamen (wo Pumba dann aber wieder aus Angst sich zu blamieren auf das Gelände einfahren sollte).

In der Unterkunft, dem Sabaidee Guesthouse in Thalang, waren wir erst überrascht, hatte unser Bungalow doch keinen Strom und kein Wasser. Nach etwas Zeit war Beides aber doch verfügbar, sodass wir uns vom Staub der ersten Tageshälfte abduschen konnten.
Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer, wegen dem wir diese Unterkunft eigentlich ausgewählt hatten. Hier konnte man für 50.000 KIP [ca. 5 €] am All-you-can-eat BBQ-Buffet teilnehmen und andere Gäste kennenlernen.

Mit viel Essen und Bier verbrachten wir den Abend mit vier Holländern und einem Engländer. Das holländische Paar, Daphne und Fabian, hatte auch eine Drohne dabei. Sie kamen gerade von der Xe Bang Fai Cave, der wohl beeindruckendsten und größten Flusshöhle der Welt, die auch in der Nähe des Loops liegt. In der Nähe ist hier zwar relativ, da man aufgrund der schlechten Straßen einen Tag hin und zurück braucht, was mit Aufenthalt dann 3-4 Tage bedeutete (weshalb wir sie streichen mussten). Doch die beiden hatten wirklich beeindruckende Aufnahmen gemct. Beim nächsten Mal in Laos geht es für uns dann auch dorthin. Ist gespeichert.
Als wir wieder im Zimmer waren meinte Pumba, dass man so auch immer reisen könnte. Man packt einfach nur einen Daypack mit Kleidung für 4 Tage. Nach 4 Tagen gibt man sein Zeug in die Wäsche und verbringt den Tag nackt im Bett mit Recherchen für die nächsten Ziele (oder eben mit Netflix), bevor der Kreislauf wieder startet. Klang nach einem machbaren Plan und je länger Mona darüber nachdachte, desto weniger komisch klang er auch.

Tag 101: 2. Loop-Tag – Mona übernimmt das Steuer

Wir wurden früh von einem Megafon oder irgendwelchen Boxen mit grausigem Empfang geweckt. Im Anschluss kam auch noch ein ständig plärrendes Kind hinzu, weshalb wir uns dann dazu entschlossen, aufzustehen. In der Runde vom Abend gab es dann ein Müsli-Frühstück mit Obst, bevor die Grüppchen vereinzelt aufbrachen. Wir heimsten von Ivo (einem der weiteren Holländer) noch ein paar Infos und Tipps für die Philippinen ein – stehen die auf unserem Plan? Abwarten… – bevor auch wir losfuhren. Mona startete heute als Fahrer. Pumba führte umgehend ein neues Ritual ein: immer wenn Mona fährt, würde er mit ihren Bauchfalten ein „Quak Quak“ eines Froschmundes imitieren. Aha. Da wären wir mal wieder bei dem kleinen Kind. Anstrengend. Den ersten Kilometer hatten wir geschafft, da machten wir auch schon wieder einen Stopp. Nicht, weil Mona genug vom Fahren hatte, sondern weil es ein schöner Platz war, um unsere Fotos weiter zu ergänzen.

Nach einem guten Stück der Straße entlang, überholten wir bei einem Viewpoint Ivo, der mit dem vierten Holländer und dem Engländer unterwegs war. Kurz darauf wurden wir aber auch wieder von ihnen einkassiert, nur um einige Kurven später plötzlich Ivo am Straßenrand stehen zu sehen. Pumba fragte im Vorbeifahren, ob alles in Ordnung sei, was er verneinte. Also stoppten wir. Der Grund für Ivos Problem war ein Klassiker: kein Sprit mehr. Er hatte wie wir eine der viereckigen Yamahas, doch bei ihm war die elektrische Anzeige für Geschwindigkeit, Tank usw. kaputt. Wir erklärten uns natürlich umgehend bereit, ins nächste Dorf zurückzufahren und eine Flasche Sprit für ihn zu kaufen. Als wir dort ankamen, wurden wir direkt von einer Gruppe Schulkinder begrüßt, die ganz stolz ein paar Fetzen Englisch mit uns austauschten und die der Frau an der Zapfsäule halfen, zu verstehen, dass wir neben unserem Tank auch noch eine Flasche mitnehmen wollten. Danke dafür. Zurück bei Ivo wurde sein Gefährt unter vielen Dankesworten und dem Versprechen eines Bierchens am Abend –was übrigens leider nicht eingelöst wurde – wieder flott gemacht. Wir fuhren gemeinsam weiter und siehe da: nach der nächsten Kurve ging es um einen Hügel herum und nach 150 Metern kam auf der linken Seite eine Tankstelle. Somit wäre es billiger und schneller gewesen, den Roller einfach bis dorthin zu schieben als zurück ins Dorf zu fahren. Naja, sollten wir hier mal wieder jemand ohne Sprit sehen, würden wir ihm den Tipp weitergeben, hinter der Kurve zu schauen. Ivo überholte uns wieder, um seine Jungs wieder einzuholen, von denen komischerweise niemand auf ihn gewartet hatte oder zurückkam.
Wir trafen alle bei der Dragon Cave wieder. Die beiden kamen gerade aus der Höhle heraus, als wir hineingingen, sodass sie wieder zu dritt weiterfuhren, während wir die Höhle erkundeten. Sie war bunt ausgeleuchtet, aber insgesamt doch schön und nicht übertrieben. Wir kletterten auch etwas umher, bevor es wieder in die Hitze nach draußen ging.


Um der Hitze zu entkommen, war nach einigen Kilometern abseits der Hauptstraße der nächste Stopp die Cool Springs.

Die waren wirklich cool. Sowohl optisch als auch von der Temperatur. Das war eine willkommene Abwechslung, weshalb es für uns schnell hieß: Raus aus den Klamotten und rein ins coole (Achtung, schlechtes Wortspiel) Nass. Wir versuchten uns gemeinsam mit dem Dreiergespann, dass wir ständig trafen, im Fische fangen. Es klappte aber nicht. Wenn man viel Ruhe mitbrachte, stupsten sie einen kurz an, bevor sie wieder auf ein paar Zentimeter Entfernung davonhuschten. Wir plantschten und ließen uns auf den heißen Felsen wieder trocknen, bevor es wieder eine Runde ins Wasser ging. Irgendwann mussten wir aber die Uhr im Blick halten, denn es sollte noch ein ganzes Stück auf der Straße bis zu unserem Etappenziel weiter gehen.

Und wir wollten nicht erst im Dunkeln ankommen. So verließen wir das Nass, sagten für‘s Erste wieder Ciao zu den drei Jungs und machten uns nach einem kurzen Drohnenflug wieder Richtung Hauptstraße auf. Mona fuhr immer noch. Sie hatte etwas Sorge, dass wir mit ihr nicht vor dem Sonnenuntergang am Ziel seien, doch Pumba meinte, sie würde das bestimmt schaffen und könnte sich ruhig den ganzen Tag in ihre Roller-Erfolgsliste eintragen. Sie sollte also bis zum Etappenziel Fahrer sein. Für Pumba blieb heute also nur das Mitfahren. Kurz nach den Cool Springs ging es wieder einen Berg hinauf, wo wir aufgrund der Serpentinen doch ziemlich hinter einem langsam vorkriechenden LKW, der bergauf ziemlich stöhnte, stank und qualmte, festhingen. Als wir es endlich schafften, ihn zu überholen, waren wir auch schon auf der Kuppe des Berges und es ging bergab.
Nach einigen hundert Metern fanden wir dann auch schon einen tollen Viewpoint, mitsamt einem aus dem Männer-Dreiergespann.

Die anderen beiden waren mit einer Panne des Rollers noch auf der anderen Bergseite und ließen sich in der Werkstatt helfen. Er hatte hier einen tollen Platz ausfindig gemacht, um auf sie zu warten. Wir machten ebenso eine kurze Fotopause und weiter ging’s. Als wir wieder auf der Talebene angekommen waren, ging es sogleich auch schon nach links ab. Ab hier hieß es laut unseren Informationen 40 km Dirtroad bis zur Kong Lor Cave. Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Zwischendurch war ein größeres unbefestigtes Stück, ansonsten war die Straße erstaunlich gut und wir düsten unserem Ziel entgegen.


Ganz erreichten wir die Unterkunft nicht, bevor die Sonne untergegangen war. Sie war noch nicht lange hinter den Berggipfeln verschwunden, da erreichten wir unsere Unterkunft noch im Halblicht. So waren wir einigen tückischen Schlaglöchern und vor allem riesigen Mückenschwärmen entgangen.
Ab unter die Dusche und dann etwas essen. Für Pumba gab es ein Hähnchenfilet mit Pfeffersauce, für Mona Spaghetti italienischer Art. Da Pumba nicht verstanden hatte, dass bei dem Hähnchenfilet schon Pommes dabei waren, bestellte er noch welche extra und schon hatten wir 2 Portionen Pommes. Was soll’s, zurück ging nichts. Es gab nur den einen Weg: in den Bauch. Wir spielten gerade Phase 10 und Mona war auf dem besten Weg, zu gewinnen, da kamen Daphne und Fabian an. Daphne hatte unterwegs einen Unfall gehabt, als ihr Reifen am Vorderrad platzte und es ihr den Roller wegschlug. Sie sah mit ihren Schürfwunden gar nicht gut aus. 15474580346827601492226854408938833.jpgSie gesellten sich zu uns und versuchten nach ihrem harten und stressigen Tagesverlauf etwas zu essen. Wir quatschten eine Weile, bevor sie lieber frühzeitig zu Bett gingen. Für sie war die Kong Lor Höhle am nächsten Tag wohl keine gute Idee, höchstens für Fabian. Dieser wollte aber am Morgen erst einmal eine Apotheke finden, um Verbände und Schmerzmedikamente aufzutreiben. Auch wir gingen zeitig ins Bett.

Tag 102: 3. Loop-Tag – Kong Lor Höhle

Wir mussten ruhig in unseren Höhepunkt des Loops starten, denn Mona ging es heute gar nicht gut. Waren es die Spaghetti des Vortags? Zumindest war ihr nicht nach Frühstück, weshalb Pumba alleine losging. Ganz allein war er dann aber nicht, da Fabian und Daphne auch gerade beim Frühstück im selben Restaurant verweilten. Daphne ging es nicht wirklich besser, aber sie hatte neue Verbände für ihr Wunden. Außerdem hatten sich die Beiden dazu entschieden, lieber direkt nach Thakhek zurückzufahren, statt die Höhle zu besuchen. Schade drum, aber sie hatten immerhin mit der Xe Bang Fai Höhle schon ein ähnliches Kaliber gesehen. Gute Besserung und gute restliche Fahrt.
Als Pumba zurückkam und Mona weckte, ging es ihr noch immer nicht besser, doch auch sie wollte jetzt aufbrechen, da es sonst mit dem Etappenziel zurück nach Thalang irgendwann eng werden würde.
Kommen wir zur Sache: Die Kong Lor Höhle war mega. Fotos sind hier leider Mangelware, aber so ist das eben, wenn man 7km mit einem Boot durch einen unterirdischen Fluss fährt und außer den Taschenlampen am Kopf nichts zu sehen ist. Die Kammern waren einfach so groß und weit, dass es uns sprachlos machte. Das Gute daran, keine Bilder zu haben, ist dass wir niemanden spoilern können. Man kann diese Erfahrung unvoreingenommen einfach selbst machen. Von dem kurzen Fußweg bei den Stalagmiden und Stalagtiden haben wir aber ein paar Fotos. Genauso vom Ausgang der Höhle und dem Flusslauf auf der anderen Seite.

Irgendwo hier muss es auch einen Shortcut zurück zum Nakai Plateau geben, denn man kann sogar für recht viel Geld (wir glauben es waren so 25 €) den Roller mit aufs Boot nehmen. Auf der anderen Seite der Höhle waren wir bei einer Cola und einer 7up – nach der die Verkäuferin locker 10 Minuten in ihrer riesigen Kühlbox gewühlt hatte – immer noch hin und weg von der Größe und Länge der Höhle. Als es dann nach der Pause wieder zurück ging, schauten wir auf die Uhr. Pro Weg waren wir knapp 30 Minuten auf dem Boot unterwegs.


Zurück auf „unserer“ Seite des Berges, der die Kong Lor Höhle beinhaltete, ging es Mona noch immer keinen Deut besser. Plan war also, möglichst schnell die heutige Etappe zu schaffen und ohne Stopps nach Thalang zu düsen.

Pumba gab alles, was der Roller und die Straßenverhältnisse zuließen. Nach der ersten Stunde waren wir einige Minuten vor der Zeit, die Google Maps veranschlagt hatte. Also doch zwei kurze Stopps: erst am Viewpoint des Vortages, dann zum Tanken.

Wir befürchteten nämlich schon, den Viewpoint Berg nicht mehr mit unserer Tankladung zu schaffen, aber alles lief glatt. Es sollte kein weiterer Stopp mehr hinzukommen, auch wenn am Ende die Tanknadel wieder bedrohlich gegen 0 tendierte.

Insgesamt hielten wir die von Google Maps veranschlagte Zeit von 3:15 Stunden ein, sodass Mona im Sabaidee Guesthouse noch ein wenig Schlaf finden konnte, bevor das Lagerfeuer und das Grillbuffet starteten. Wir erwischten leider ein schlechteres Zimmer als 2 Tage zuvor, obwohl wir viel früher da waren und es nach unserer Info hieß: „First come, first serve.“ Naja, es sollte für die Nacht auch ohne Waschbecken und mit zahlreichen drückenden Federn im Bett gehen. Sonst war angeblich nichts mehr frei. Nachdem Mona von Pumba geweckt worden war, wollte sie noch immer nichts essen. Da sie aber den ganzen Tag noch nichts hatte, ging dies nur über Pumbas Leiche. Er hätte sie so oder so zum Buffet getragen. Aber sie sah auch selbst dann die Chance darin, auch ohne Appetit eine Besserung zu erreichen, sobald sie etwas im Bauch haben würde. So war es dann auch. Als Mona einige Dinge verspeist hatte, fühlte sie sich immerhin schon etwas besser. Wir trafen Nick vom Slowboat wieder. Er erzählte uns, dass er sich in Luang Prabang ein Motorrad gekauft hatte und Laos jetzt mit diesem bereist. Wir unterhielten uns eine Weile, doch alt wurden wir heute nicht mehr. Mona wollte zurück ins Bett, auch wenn es unbequem war wie ein Nagelbrett und Pumba auch recht müde war, also begleitete er sie.

Tag 103: 4. Loop-Tag – doof gelaufen

Der Morgen startete erwartungsgemäß: Rückenschmerzen. Scheiß Matratze hier. Beim Frühstück waren wir etwas später an, als die Meute, die erst auf dem Hinweg zur Kong Lor Höhle war, doch trotzdem war noch alles auf der Karte verfügbar, was wir haben wollten. Auch nach dem Frühstück gingen wir es ruhig an, hatten wir für den letzten Tag doch wirklich keinen Zeitdruck mehr. Wir wollten unterwegs ab und an stoppen, um coole Drohnenaufnahmen zu machen, hatten aber sonst keine Sehenswürdigkeit mehr ausgemacht, die uns für heute zusagen würde.

Also hingen wir noch etwas in den Hängematten bei der Lagerfeuerstelle herum und genossen die Ruhe, die im Sabaidee Guesthouse aufgrund der weitergezogenen Meute eingekehrt war. Erst gegen halb 1 am Mittag ging es für uns dann mal los. Mona ging es jetzt schon wieder ein Stück weit besser, daher wollte sie auch wieder fahren. Wir fanden beim sogenannten Orchideenpfad auch die Alternativroute zur Kong Lor Höhle, was sicherlich auch abenteuerlich gewesen wäre. Den gesuchten Orchideenpfad fanden wir erst jedoch nicht und waren dann zu faul ihn zu gehen. Lieber weiter auf dem Roller.

Wir hielten hier und dort, um mit der Drohne aufzusteigen und einige coole Aufnahmen zu machen. Einmal ging es fast ins Auge, als die Drohne wegen Akkumangel selbstständig landen wollte, obwohl gerade ein Auto kam. Pumba konnte aber noch einmal gegensteuern.
In einem Dorf stoppten wir noch kurz an einem Tempel, wo gerade eine Zeremonie abgehalten wurde. Wir ließen die Atmosphäre auf uns wirken und hörten dem Sprachgesang eine Weile zu bis es wieder auf die Straße ging.


Das Café vom ersten Loop Tag sollte auch heute einen kurzen Stopp für uns bedeuten, doch es hatte leider geschlossen. So blieb uns nur, uns einige Minuten bei dem Supermarkt nebenan aufzuhalten. Ab hier fuhr Pumba wieder weiter, denn hier war die Kreuzung der Hauptroute nach Vietnam, was wieder zahlreiche LKWs und einige unasphaltierten Passagen bedeuten sollte. Wir lagen wirklich gut in der Zeit, sodass wir ein letztes Mal von der Straße abbogen, um einige Drohnenbilder anzufertigen. Mona fuhr hierbei dann stets und Pumba stand am Straßenrand und flog die Drohne. Um dabei mit auf dem Roller zu sitzen, fehlte ihm aktuell noch der Mut.

Wir fuhren weiter und wollten unseren Loop nun zu Ende bringen. Leider läuft es aber auch bei uns nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Der Loop hatte noch eine Überraschung für uns parat, die so nicht eingeplant war: Es waren noch ca. 10 Kilometer, bis wir Thakhek erreichen sollten und am Ziel waren, da geschah es. Wir düsten nicht unbedingt langsam die Straße entlang und erkannten ein großes Schlagloch bei niedrig stehender Abendsonne zu spät.

Alles Bremsen half nicht mehr viel, das Schlagloch gewann, wir lagen hinter dem Schlagloch auf dem Boden. Wir waren mit dem Roller gestürzt. Einen Unfall nennen wir es hier mal nicht, denn es hätte auch weit schlimmer enden können. Gut war es dennoch nicht. Pumba hatte am meisten Glück. Seine Jeans war am Knie kaputt, das Knie war offen, das andere Knie und ein Ellbogen waren gut geprellt. Mona hingegen hatte es stärker erwischt. Neben einer oberflächlichen Schürfwunde am Schienbein, hatte auch sie ein offenes Knie. Grund zur Sorge machte ihr aber vom ersten Moment an eine oder zwei Rippen, mit denen sie auf Pumba gefallen war. Nachdem wir die Straße zur Seite hin geräumt hatten und wir uns gegenseitig erkundigten, ob alles soweit ok wäre, fing Pumba dann zu fluchen an. Er ärgerte sich einfach tierisch über sich selbst, uns hier in diese Aktion verwickelt zu haben. Am meisten schmerzte ihn daher wohl nicht sein Knie, sondern sein Ego. Er half Mona dabei, ihre Schürfwunde mit Wasser auszuspülen. Mittlerweile hatte auch hier oder da auch ein Gefährt mit Locals angehalten und gefragt, ob wir Hilfe bräuchten, nachdem die unmittelbar dabei gewesenen Fahrzeuge einfach weitergefahren waren. Nach unserem ersten Schreck dankten wir aber mehrfach und winkten ab. Der Roller schien alles schadlos überstanden zu haben. Er hatte auf der Seite des Sturzes zwar einige Schrammen, doch nichts Wildes. Nach einer kurzen Testfahrt von Pumba sollten wir also das letzte Stück schaffen.
In der Stadt fanden wir immerhin noch einen Shop, der uns Weihnachtsmützen verkaufen konnte. Diesen hatten wir seit Tagen im Auge und wir waren froh, dass wenigstens das heute Abend noch funktionierte. Noch mehr freuten wir uns dann bei Mad Monkeys darüber, dass wir für die Schäden am Roller nichts mehr draufzahlen mussten. Die Kratzer seien es nicht wert –Danke. So endete unser erster Loop also denkbar ungünstig kurz vor dem Ziel.
Zurück bei Pingpong sortierten wir uns erst einmal. 1547458031589814934531175294625203.jpgDann widmeten wie uns all unseren Sachen, schließlich mussten die Rucksäcke wieder „normal verteilt“ werden. Nach der Dusche ging es uns dann auch schon wieder besser. Wir quatschten mit einer Belgierin, die allein unterwegs war, mit einer Dreiergruppe deutscher Jungs, die sich heute wieder sahen und morgen ein Weihnachtsessen mit Käsespätzle zusammen bei Pingpong kochen wollten und spielten mit dem Host-Hund. Klang echt gut, auch wenn wir nicht sicher waren, ob der Käse nach 3 Tagen Reise von Deutschland über Bangkok nach Thakhek noch allzu nice war, hatte er schließlich zwischen -70° und +40° wohl schon alles erlebt.
Wir gingen wieder ins „Khop Chai Deu“ zum Abendessen.

Heute gab es Steak für Pumba und einen Salat für Mona. Während wir noch darüber sprachen, ob es sinnvoll sei, morgen schon mit dem nächsten Loop zu starten, hatte man scheinbar vergessen uns abzukassieren. Wir saßen vor dem Restaurant und plötzlich waren nicht nur die Lichter mehrheitlich aus, sondern auch das Personal verschwunden. Da wir aber so nett und ehrlich sind (Eigenlob stinkt, aber das riecht man ja nicht in einem Blog), trieben wir jemanden auf und hakten nach. Da die Systeme schon heruntergefahren waren, wusste nicht einmal jemand, was wir überhaupt hatten. Wir zählten aber alles ganz artig auf und waren dann um 14.000 KIP [ca. 14 €] ärmer.
Dann gesellten wir uns beim Motorradverleih „Wang Wang“ zu zwei Franzosen, die wie wir auf den Nachtbus warteten. Hier war förmlich eine Moskitoplage, doch es nützte nichts, wir hatten keinen anderen Platz um die Zeit totzuschlagen. 20181224_0224573356900069201153078.jpgZwischen 0 und 1 Uhr sollte es zum Busterminal gehen. Wir sollten in den Bus einsteigen, der uns auch vor einigen Tagen nachts um 3 Uhr hier rausgelassen hatte. Wir waren also unsicher, ob der Bus heute denn pünktlicher sein würde und machten es uns erst einmal mit unseren Spielen bequem. Natürlich hatte sich bis 1 Uhr noch nichts getan. Auch um 2 Uhr war noch nichts weiter geschehen. Phase 10 hielt uns mehr oder weniger wach.
So saßen wir also nun seit Stunden mit unseren Prellungen im Moskitonest und warteten auf den erlösenden Anruf, dass der Bus nun angekommen wäre. Wir wollten schließlich nichts weiter als einfach ein Bett, selbst wenn es in einem Bus wäre, und schlafen. Ob der Bus aber noch eintrudeln würde, bevor die Sonne wieder aufging oder wir von den Moskitos gefressen worden waren, erfahrt ihr – sofern letzteres nicht passierte – in dem nächsten Blog in ein paar Tagen.

Bis dahin,
M & P


3 Gedanken zu “thakhek – 4 tage roller-loop

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